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	<title>MGM Münzlexikon - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-01T19:57:24Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=32996</id>
		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<updated>2021-09-07T09:48:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|200px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Danzig'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Danzig vom Deutschen Reich abgetrennt, nachdem es mehr als hundert Jahre zu Preußen gehört hatte. Die überwiegend von Deutschen bewohnte Stadt wurde der Ostseehafen der neuerstandenen Republik Polen, sie unterstand als „Freie Stadt“ dem Völkerbund. Mit den Schüssen des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“ auf das polnische Munitionsdepot der Westerplatte an der Hafeneinfahrt am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dies war das Ende der „Freien Stadt Danzig“. Eine Freie Stadt brauchte auch ihr Freies Geld, doch bis zum Ende der Hyperinflation lief die Mark um und wurde erst 1923 durch eine neue Pfennig/Gulden-Währung ersetzt (1 Gulden = 1/25 Pfund Sterling). Gestützt wurde die Währung durch die Bank of England und durch Gold, von dem einiges in Form von Goldmünzen zu 25 Gulden deponiert war, Goldmünzen, die nicht zum Umlauf bestimmt waren und heute entsprechend selten sind.&lt;br /&gt;
Danzig leistete sich in der kurzen Zeit des Bestehens drei verschiedene Münzserien: 1923, 1932 und 1935, zuletzt nach einer erheblichen Abwertung des Danziger Gulden. Nach der Vereinnahmung Danzigs durch das Deutsche Reich liefen die Pfennig-Stücke noch im ganzen Reich bis zum 1.11.1940 um. Die Danziger Münzen zeigen trotz der Frakturschrift, die man wohl als Treuebekenntnis zum Deutschtum werten darf, eine moderne künstlerische Gestaltung in den mittelalterlichen Koggen, die auf einigen Münzen auftauchen, in den wichtigsten Gebäuden wie der Marienkirche und dem gotischen Rathaus, sogar im Wappen (zwei übereinander stehende gleichschenklige Kreuze unter einer Krone) und den Wappenhaltern (zwei Löwen). Als separates Sammelgebiet ist die Freie Stadt Danzig teuer für den Geldbeutel und wegen der geringen Zahl der Typen nicht sehr ergiebig, jedoch eine schöne Abrundung für den Sammler der Reichsmünzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Kolonien'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Neuguinea:''' Deutschland kam erst Mitte der 1880er Jahre zu „Kolonien“, Gebieten von deutschen Handelsgesellschaften, über die das Deutsche Reich den militärischen Schutz ausübte. In dem weiten pazifischen Inselreich (heute größtenteils Papua Neuguinea) lief seit 1887 die Reichsmark-Währung um, doch da dieses Geld wieder nach Deutschland zurückfloss, führte die „Neu-Guinea-Compagnie“ eigene Münzen mit den Prägejahren 1894 und 1895 ein. Von 10 Pfennig aufwärts zeigt die Rückseite dieser Münzen einen herrlichen Paradiesvogel, den der Berliner Medailleur Otto Schultz gestaltet hat. Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden sogleich zu Sammelobjekten und waren schon im Jahre 1900 aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. All diese Münzen sind gesucht und teuer.&lt;br /&gt;
'''Kiautschou:''' Im Jahre 1898, als die Briten ihre Kronkolonie Hongkong um ein angepachtetes Festlandsterritorium erweiterten, pachtete das Deutsche Reich vom chinesischen Kaiserreich auf 99 Jahre die Hafenstadt Tsingtau mit dem umliegenden Gebiet an der Kiautschou-Bucht, einem vorzüglichen großen Naturhafen im Süden der Halbinsel Schantung (Shandong). In der für den Seehandel bedeutenden Gegend herrschte an den verschiedensten Geldsorten kein Mangel: Kupfer-Käsch für die einfachen Arbeiter, chinesische Silberbarren (Tael) oder mexikanischen Silber-Pesos für den Handel, japanische Yuan, Trade Dollars oder sonstiges europäisches Silbergeld. Zur Erleichterung des  Geldwechsels gab die Deutsch-Asiatische Bank, 1889 in Shanghai unter Beteiligung der Deutschen Bank gegründet, seit 1906/07 Banknoten in Dollar (=Peso) und Tael heraus; 1909 folgten 5- und 10-Cent-Cu/Ni-Münzen (J. 729, 730) des Deutschen Reiches, die der große Jugendstil-Medailleur Paul Sturm (Berlin) entworfen und Otto Schultz ausgeführt hatte. Mit Kriegsausbruch wurde das „Deutsch Kiautschou Gebiet“ am 7. November 1914 von den Japanern besetzt. Von der deutschen Handelskolonie blieb nicht viel mehr als eine Reihe schmucker Häuser in Tsingtau und das dort seitdem gebraute Bier. Die schönen Münzen sind gesucht und bringen in guter Erhaltung hohe Preise.&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Ostafrika:''' Das größte deutsche Kolonialgebiet in Afrika war „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tanzania, Ruanda und Burundi), 1884 von der „Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft“ errichtet und seit 1890 vom Deutschen Reich verwaltet. Die gängigen Münzen dort waren der Maria-Theresia-Taler und die indische Rupie, doch legte die Handelsgesellschaft wert auf eigene Münzen in Rupie und Pesa, die ab 1890 geprägt wurden. Dabei galten 15 Rupien so viel wie 20 Mark. Die silbernen ¼ bis 2 -Rupien-Stücke präsentieren Kaiser Wilhelm II. in der Kürassieruniform des Garde du Corps, das hehre Haupt bekrönt vom Adlerhelm. Man wüsste gern, wie dieser Aufzug von den arabischen Händlern am Indischen Ozean kommentiert wurde. Von den 1-Rupien-Stücken wurden wohl insgesamt mehr als 2 Millionen geprägt, das 2-Rupien-Stück ist viel seltener. Seit 1904 übernahm das Deutsche Reich die Prägung. Die Silbermünzen waren weiterhin Rupien mit der Kaiserbüste, doch das Kupfergeld hieß plötzlich „Heller“. Deutsch-Ostafrika war die einzige deutsche Kolonie, die den Ersten Weltkrieg durchhielt und erst 1918 die Waffen streckte, doch war die Verbindung zum Reich früh abgeschnitten. Deshalb wurde in der Verwaltungsstadt Tabora unweit der reichen Goldminen 1916 Notgeld ausgegeben, die etwas groben variantenreichen 5 und 20-Heller-Münzen mit dem Münzzeichen „T“ und die 15-Rupien-Stücke in Gold (J. 728) mit dem trompetenden Elephanten, die bei den Sammlern beliebt sind und sehr teuer. Es war Notgeld besonderer Art, wie man es nie wieder in Deutschland gesehen hat: Die Kolonie hatte kein Silber, doch viel Gold und musste damit vorlieb nehmen, die Arbeiter in Gold zu bezahlen. Die Legierung der 15-Rupien enthält 750 Teile Gold und 150-200 Teile Silber, letztere konnte man damals unter den einfachen Bedingungen in Tabora nicht herausscheiden, und so sprechen diese Notmünzen all der über Jahrhunderte entwickelten Münz- und Scheidetechnik Hohn. Die extrem groben Stempelschnitte eines singhalesischen Goldarbeiters, der besonders gut unter Alkohol arbeitete, sind jedoch von eigenem Reiz und heben sich damit deutlich vom Paradiesvogel des kultivierten Berliner Medailleurs Otto Schultz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopCategory|deutschland_1871_muenzen|Münzen nach Jaeger finden Sie auch in unserem Shop:}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=32995</id>
		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<updated>2021-09-07T09:45:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|200px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Danzig'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Danzig vom Deutschen Reich abgetrennt, nachdem es mehr als hundert Jahre zu Preußen gehört hatte. Die überwiegend von Deutschen bewohnte Stadt wurde der Ostseehafen der neuerstandenen Republik Polen, sie unterstand als „Freie Stadt“ dem Völkerbund. Mit den Schüssen des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“ auf das polnische Munitionsdepot der Westerplatte an der Hafeneinfahrt am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dies war das Ende der „Freien Stadt Danzig“. Eine Freie Stadt brauchte auch ihr Freies Geld, doch bis zum Ende der Hyperinflation lief die Mark um und wurde erst 1923 durch eine neue Pfennig/Gulden-Währung ersetzt (1 Gulden = 1/25 Pfund Sterling). Gestützt wurde die Währung durch die Bank of England und durch Gold, von dem einiges in Form von Goldmünzen zu 25 Gulden deponiert war, Goldmünzen, die nicht zum Umlauf bestimmt waren und heute entsprechend selten sind.&lt;br /&gt;
Danzig leistete sich in der kurzen Zeit des Bestehens drei verschiedene Münzserien: 1923, 1932 und 1935, zuletzt nach einer erheblichen Abwertung des Danziger Gulden. Nach der Vereinnahmung Danzigs durch das Deutsche Reich liefen die Pfennig-Stücke noch im ganzen Reich bis zum 1.11.1940 um. Die Danziger Münzen zeigen trotz der Frakturschrift, die man wohl als Treuebekenntnis zum Deutschtum werten darf, eine moderne künstlerische Gestaltung in den mittelalterlichen Koggen, die auf einigen Münzen auftauchen, in den wichtigsten Gebäuden wie der Marienkirche und dem gotischen Rathaus, sogar im Wappen (zwei übereinander stehende gleichschenklige Kreuze unter einer Krone) und den Wappenhaltern (zwei Löwen). Als separates Sammelgebiet ist die Freie Stadt Danzig teuer für den Geldbeutel und wegen der geringen Zahl der Typen nicht sehr ergiebig, jedoch eine schöne Abrundung für den Sammler der Reichsmünzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Kolonien'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Neuguinea:''' Deutschland kam erst Mitte der 1880er Jahre zu „Kolonien“, Gebieten von deutschen Handelsgesellschaften, über die das Deutsche Reich den militärischen Schutz ausübte. In dem weiten pazifischen Inselreich (heute größtenteils Papua Neuguinea) lief seit 1887 die Reichsmark-Währung um, doch da dieses Geld wieder nach Deutschland zurückfloss, führte die „Neu-Guinea-Compagnie“ eigene Münzen mit den Prägejahren 1894 und 1895 ein. Von 10 Pfennig aufwärts zeigt die Rückseite dieser Münzen einen herrlichen Paradiesvogel, den der Berliner Medailleur Otto Schultz gestaltet hat. Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden sogleich zu Sammelobjekten und waren schon im Jahre 1900 aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. All diese Münzen sind gesucht und teuer.&lt;br /&gt;
'''Kiautschou:''' Im Jahre 1898, als die Briten ihre Kronkolonie Hongkong um ein angepachtetes Festlandsterritorium erweiterten, pachtete das Deutsche Reich vom chinesischen Kaiserreich auf 99 Jahre die Hafenstadt Tsingtau mit dem umliegenden Gebiet an der Kiautschou-Bucht, einem vorzüglichen großen Naturhafen im Süden der Halbinsel Schantung (Shandong). In der für den Seehandel bedeutenden Gegend herrschte an den verschiedensten Geldsorten kein Mangel: Kupfer-Käsch für die einfachen Arbeiter, chinesische Silberbarren (Tael) oder mexikanischen Silber-Pesos für den Handel, japanische Yuan, Trade Dollars oder sonstiges europäisches Silbergeld. Zur Erleichterung des  Geldwechsels gab die Deutsch-Asiatische Bank, 1889 in Shanghai unter Beteiligung der Deutschen Bank gegründet, seit 1906/07 Banknoten in Dollar (=Peso) und Tael heraus; 1909 folgten 5- und 10-Cent-Cu/Ni-Münzen (J. 729, 730) des Deutschen Reiches, die der große Jugendstil-Medailleur Paul Sturm (Berlin) entworfen und Otto Schultz ausgeführt hatte. Mit Kriegsausbruch wurde das „Deutsch Kiautschou Gebiet“ am 7. November 1914 von den Japanern besetzt. Von der deutschen Handelskolonie blieb nicht viel mehr als eine Reihe schmucker Häuser in Tsingtau und das dort seitdem gebraute Bier. Die schönen Münzen sind gesucht und bringen in guter Erhaltung hohe Preise.&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Ostafrika:''' Das größte deutsche Kolonialgebiet in Afrika war „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tanzania, Ruanda und Burundi), 1884 von der „Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft“ errichtet und seit 1890 vom Deutschen Reich verwaltet. Die gängigen Münzen dort waren der Maria-Theresia-Taler und die indische Rupie, doch legte die Handelsgesellschaft wert auf eigene Münzen in Rupie und Pesa, die ab 1890 geprägt wurden. Dabei galten 15 Rupien so viel wie 20 Mark. Die silbernen ¼ bis 2 -Rupien-Stücke präsentieren Kaiser Wilhelm II. in der Kürassieruniform des Garde du Corps, das hehre Haupt bekrönt vom Adlerhelm. Man wüsste gern, wie dieser Aufzug von den arabischen Händlern am Indischen Ozean kommentiert wurde. Von den 1-Rupien-Stücken wurden wohl insgesamt mehr als 2 Millionen geprägt, das 2-Rupien-Stück ist viel seltener. Seit 1904 übernahm das Deutsche Reich die Prägung. Die Silbermünzen waren weiterhin Rupien mit der Kaiserbüste, doch das Kupfergeld hieß plötzlich „Heller“. Deutsch-Ostafrika war die einzige deutsche Kolonie, die den Ersten Weltkrieg durchhielt und erst 1918 die Waffen streckte, doch war die Verbindung zum Reich früh abgeschnitten. Deshalb wurde in der Verwaltungsstadt Tabora unweit der reichen Goldminen 1916 Notgeld ausgegeben, die etwas groben variantenreichen 5 und 20-Heller-Münzen mit dem Münzzeichen „T“ und die 15-Rupien-Stücke in Gold mit dem trompetenden Elephanten, die bei den Sammlern beliebt sind und sehr teuer. Die extrem groben Stempelschnitte sind von eigenem Reiz und heben sich so markant vom eleganten Paradiesvogel des Otto Schultz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopCategory|deutschland_1871_muenzen|Münzen nach Jaeger finden Sie auch in unserem Shop:}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=MuenzenSammeln:Thun-Taler&amp;diff=32994</id>
		<title>MuenzenSammeln:Thun-Taler</title>
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		<updated>2021-09-07T09:14:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Die „Thun-Taler“: Deutsches Geld im 19. Jahrhundert'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun406_1.jpg|thumb|right|400px|Waldeck-Pyrmont, Fürstentum, Georg Heinrich, „Kronenthaler“ 1824. Der Zwergstaat Waldeck-Pyrmont konnte nur eine Fürstenkrone über den „Kronenthaler“ setzen, fällt jedoch durch das Landesemblem der&lt;br /&gt;
Palme auf, auf der ein Steinblock liegt: Palma sub pondere crescit (die Palme wächst unter dem Gewicht).&lt;br /&gt;
Ein winziges Wappen hängt am Stamm (Thun 406).]]&lt;br /&gt;
''Währungswirrwarr''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Deutschland hat sich seit dem 15. Jahrhundert zu einem der buntesten, wirrsten Währungsgebiete der Welt entwickelt, und wenn die Welt damals an irgendetwas hätte genesen können, dann sicher nicht am deutschen Geldwesen. Zugleich wurde Deutschland seit dem 18. Jahrhundert zunehmend mit ausländischem Silbergeld gefüttert. Es waren die vielen Kriege auf deutschem Boden, die zu einem massiven Zufluss ausländischen Geldes führten. Durch den Sold fremder Heere, vor allem aber jedoch durch die Subsidienzahlungen der ausländischen Mächte an ihre deutschen Verbündeten. Die Zersplitterung des deutschen Münzwesens lud auch geradezu dazu ein, an Gehalt und Gewicht verlässliche Münzen von auswärts in den Geldfluss einzuspeisen. Dieser Zustand hielt nach der Französischen Revolution an, da zwar die aberhundert Reichsstände und Münzherren des Heiligen Römischen Reiches sich auf dem Weg in den Deutschen Bund 1815 auf die Zahl 41 verringert hatten, doch es gab noch immer ein Dutzend [[Münzfuß|Münzfüße]] der damals noch umlaufenden werthaltigen [[Kurant|Kurant-Münzen]]. Sie reichten von einem altertümlichen 9-Taler-Fuß, der nur noch in Hannover geprägt wurde, bis zu einem Reichs- oder [[Bergischer Kassentaler|Kassen-Taler-Fuß]] von 16 Stück auf eine feine Kölnische Mark (233,8 g), der nur kurzzeitig von 1802 bis 1806 im Großherzogtum Berg ausgeben wurde. Und in Bremen gab es gar den „Taler Gold“, eine pure [[Rechnungsmünze|„Rechnungsmünze“]] im Wert eines französischen Louis d'or oder von 72 Groten. Die zwischen 1863 und 1871 ausgegebenen talergroßen Silbermünzen „Taler Gold“ waren nur Gedenkprägungen. Der historisch gewachsenen Münzsysteme waren noch genug: Wenn's ums Geld ging, mussten unsere Ahnen jedenfalls gut kopfrechnen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun207_1.jpg|thumb|right|400px|Hohenzollern-Sigmaringen, Fürstentum, Carl, Doppeltaler 1844, nach der Leipziger Münzkonvention von 1838. Das Münzporträt stammt von Carl Wilhelm Doell, der aus dem auf Metallgravur spezialisierten Suhl in Thüringen stammte; die Münze wurde in Karlsruhe geprägt. Das schöne Wappen mit den beiden Mastiff-Hunden als Wappenhaltern ersetzte den durch den Münzvertrag vorgesehenen Eichenkranz auf den älteren Jahrgängen (Thun 207).]]&lt;br /&gt;
''Thun-Taler sind keine Währung''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Thun-Taler“, weil der Beschreiber dieser Taler-Welten Norbert Thun war: „Deutsche Taler, Doppelgulden, Doppeltaler von 1800 bis 1871“ (zuerst 1974). Das Jahr 1800 ist dabei willkürlich gewählt, weder durch historische noch durch währungspolitische Zustände bedingt. Das Werk ist auch keine Geldgeschichte, sondern nur ein alphabetischer Typen-Katalog, doch seine leichte Handhabung hat ihn zu einem bewährten Instrument gemacht. Paul Arnold – Harald Küthmann – Dirk Steinhilber: Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute (zuerst 1970, abgekürzt AKS) führen zu allen Staaten Listen der Münzsorten, aus denen sich leicht die Geldgeschichte ablesen lässt. Dennoch: beide Kataloge lassen die historische Entwicklung des Münzwesens in Deutschland nicht eigentlich erkennen. Dabei führte erst die Zusammenführung der verschiedenen Währungsgebiete durch [[Münzkonvention|Münzkonventionen]] zu größeren Währungsgebieten, die nach 1856 sogar die deutschen Länder des Habsburgerreiches umfasste. Nach der Errichtung des Deutschen Reiches 1871 gab es nur noch eine einzige Währung: die Mark. Sie war - nach Jahrhunderten der Silberwährung - eine reine Goldwährung. So ist die Geldgeschichte Deutschlands auch die Geschichte seiner Münzkonventionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun391_1.jpg|thumb|right|400px|Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstentum, Friedrich Günther, „Speciesthaler“ 1812. Die Wertseite imitiert mit dem Eichenkranz die damals umlaufenden preußischen „Reichsthaler“, doch handelt es sich bei dieser&lt;br /&gt;
Münze um einen viel höherwertigen Konventions“spezies“taler. Die Münze mit dem bubenhaften Porträt&lt;br /&gt;
des Fürsten wurde in Saalfeld geprägt, der alten Münzstätte Thüringens, die bis 1846 noch unter&lt;br /&gt;
Talergröße prägte und dann geschlossen wurde (Thun 391).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun292_1.jpg|thumb|right|400px|Sachsen, Königreich, Friedrich August III., Konventionstaler 1809. „Sächsische Taler“ wurden in großen Mengen ausgebracht und wurden namengebend für die Konventionstaler. Dieser Jahrgang wurde mit 563.000 Exemplaren geprägt (Thun 292).]]&lt;br /&gt;
''Der Konventionstaler''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Welche Kurantmünzen (sog. „grobe Sorten“) liefen seit 1800 in Deutschland um? Da galt zunächst der [[Species|Speciestaler]], der ursprünglich der seit 1566 geprägte Reichstaler mit 9 Stück aus einer Kölnischen Mark Feinsilber (25,984 g Feinsilber) war. Als 1753 durch eine Konvention zwischen Österreich und Bayern der Taler mit 10 Stück auf eine feine Mark (233,86 g Feinsilber) festgelegt wurde und ein [[Gulden]] als Halbstück mit 20 auf die feine Mark, wurde damit eine hochwertige und zuverlässige Münze geschaffen. Dieser Münzfuß erhielt die Bezeichnung 20-Gulden-Fuß oder Konventionsfuß. Der Maria-Theresia-Taler ist der bekannteste nach dieser Konvention geprägte Taler. Österreich blieb noch bis 1856 bei diesem Konventionsfuß, Sachsen bis 1838. Danach übernahm das Königreich den preußischen Talerfuß. In Deutschland verband sich der Konventionstaler im 19. Jahrhundert so sehr mit dem kontinuierlich und in großen Massen prägenden Königreich Sachsen, dass er gemeinhin „sächsischer Taler“ genannt wurde. Der Konventionstaler übernahm die Funktion des Speciestaler und wurde deshalb auch Konventionsspeciestaler genannt. „Species“ – das bedeutet die Münze als Ding, meinte den konkreten Taler im Gegensatz zu einer Rechnungsmünze, die nicht geprägt, sondern nach der nur berechnet wurde. So wäre z. B. ein umlaufender „[[Laubtaler]]“, der französische Écu à six livre, nicht als solcher in den Geschäftsbüchern aufgetaucht, sondern in seinem jeweiligen Rechnungswert: in Bayern in Gulden, in Preußen als Reichstaler. Dafür gab es Umrechnungstabellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun434_1.jpg|thumb|right|400px|Württemberg, Königreich, Wilhelm, „Kronen Thaler“ 1827. Der Kronentaler hatte den Konventionstaler in Württemberg verdrängt, ähnlich wie in Bayern. Neben wenigen Konventionstalern wurden vor allem Gulden geprägt (Thun 434).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun437_1.jpg|thumb|right|400px|Württemberg, Königreich, Wilhelm, „Zwey Gulden“ 1847. Der Doppelgulden nach dem 24 1⁄2 -Gulden-Fuß entspricht dem Münchner Münzvertrag von 1837 und war nach dem Leipziger Vertrag von 1838 1 preußischer Taler, 4 Silbergroschen und 3 1/2 Pfennig wert (Thun 437).]]&lt;br /&gt;
''„Konvention Rheinisch“''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch neben den Silbertalern nach festem [[Schrot und Korn]], den „Speciestalern“, liefen vor allem die kleineren Silberstückelungen um. Sie waren die Grundlage für die Münzversorgung in den deutschen Staaten. Die kleinen Sorten enthielten häufig weniger Silber, als sie im Verhältnis zum Taler haben sollten – hierin lag der Gewinn für den Münzherrn, der [[Schlagschatz|„Schlagschatz“]], und der war durch das Kleingeld besonders hoch. Die häufigste, geläufigste Münze in der Konventionswährung war das 20-Kreuzer-Stück (1/3 Gulden), das sogenannte „Kopfstück“ nach dem jeweils abgebildeten Kopf des Münzherrn. Österreich, das den Konventionstaler zuerst eingeführt hatte, prägte auch die kleineren Kreuzerstücke mit korrektem Silberanteil, während Bayern geringerwertige Silbersorten ausgab – die Währungsparität zwischen den beiden Ländern war damit nicht mehr gegeben und die Konvention wurde bereits 1754 aufgekündigt. Unter diesen Umständen wurden die guthaltigen Konventionsmünzen mit einem Aufschlag gehandelt, der [[Konventionstaler]] in Bayern nicht mit 2 fl (Gulden) bewertet, sondern mit 2 fl 24 kr (Kreuzer) in den kleineren Silbersorten. Die Abwertung der bayerischen und süddeutschen Silbermünzen betrug also 20%. Diese neue Rechnungswährung wurde 24-Gulden-Fuß, auch Rheinischer Fuß, genannt, und sie wurde die „Währung“ Bayerns. Sie ist ohne den Konventionstaler nicht zu verstehen, und doch eine eigene „Währung“. Der in Bayern auch ausgemünzte Konventionstaler kostete in kleinen Sorten 24 kr mehr als anderswo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Ein Intermezzo: Der hohe Norden''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dennoch gab es den alten Speciestaler nach dem 9-Taler-Fuß: In Schleswig und Holstein lief er, der im Königreich Dänemark Kurantwährung war, zu 60 Schilling (25,282 g Feinsilber) um, bis unter König Christian VIII. (1839-1848) der dänische Rigsbankdaler zu 30 Schilling Kurant eingeführt wurde. Schleswig war Teil des Königreichs Dänemark, während Holstein zum Deutschen Bund gehörte. Aus dieser komplizierten staatsrechtlichen Stellung sollte 1864 der deutsch-dänische Krieg erwachsen. Man sieht hier, wie ausländische Währungen bis nach Deutschland reichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Rechnungswährung „Taler Gold“ der Hansestadt Bremen war schon die Rede. Die Freie und Hansestadt Hamburg hatte ebenfalls ihre eigene Währung, sie war ursprünglich die von Lübeck: 1 Mark zu 16 Schillingen, der Taler galt 3 Mark oder 48 Schillinge. Die Hamburger Courant-Währung galt seit 1725 und rechnete 34 Mark auf eine Kölner Mark. Geprägt wurden im Jahr 1809 Stücke zu 32 Schillingen in 750/1000 und 968/1000 Silber, an niedrigen Nominalen bis in die 1850er Jahre Dreilinge, Sechslinge und Schilling in Billon-Silber. Im Jahr 1856 schloss sich Hamburg schließlich der etwas leichteren preußischen Talerwährung an (umgerechnet 35 Mark auf eine Kölner Mark fein) und setzte das Talerstück zu 2 ½ Mark Kurant fest. Als 1857 das „Zollpfund“ zur Gewichtsnorm der Vereinstaler bestimmt wurde, blieben Hamburg und Lübeck bei der Kölnischen Mark. Beide Städte prägen erst wieder nach Einführung der Mark des Deutschen Reiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun244_1.jpg|thumb|right|400px|Preußen, Königreich, Friedrich Wilhelm III., „Reichsthaler“ 1814 A (Berlin). Der Taler nach dem Graumanschen Münzfuß von 14 Taler auf die Kölnische Mark fein heißt hier noch ausdrücklich „Reichsthaler“, auf dem folgenden sog. Kanonentaler steht nur noch „Ein Thaler“ (Thun 244).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun272_1.jpg|thumb|right|400px|Preußen, Königreich, Wilhelm I., „Sieges Thaler“ 1871, ein Vereinstaler ohne Angabe des Münzfußes, geprägt aus Anlass des Sieges über Frankreich. Die Königreiche Bayern, Sachsen und Württemberg prägten ebenfalls „Siegestaler“. (Thun 272).]]&lt;br /&gt;
''Der „Reichstaler“, der nur ein preußischer war''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die zweite bedeutende Talermünze war der „Reichstaler“ nach dem sog. [[Grauman(n)scher Münzfuß|Graumanschen Münzfuß]] von 14 Talern auf eine feine Mark (16,704 g Feingewicht) – der Name [[Reichstaler]] ist reichlich irreführend, fast anmaßend, denn mit dem alten Reichsfuß von 1566 hat er nichts zu tun. Der Münzfuß geht auf den preußischen Generalmünzdirektor Johann Philipp Grauman zurück, der seit 1750 den Taler kontinuierlich prägen ließ. Dieser Münze war unter allen Talern in Deutschland die beste Zukunft beschieden: Der Reichstaler wurde eine Grundlage der Leipziger Münzkonvention von 1838, als die preußische Talerwährung mit der süddeutschen Guldenwährung im Rahmen des deutschen Zollvereins harmonisiert wurde und die Vertragsstaaten eine [[Vereinsmünze]] von zwei Talern = 3 ½ Gulden prägten. Damit wurde auch Süddeutschland für den preußischen Taler geöffnet. Als 1857 im [[Wiener Münzvertrag von 1857|Wiener Münzvertrag]] der [[Vereinstaler|„Vereinstaler“]] eingeführt wurde, legte man wieder den Reichstaler zugrunde. Man führte als Maßeinheit das [[Zollpfund|„Zollpfund“]] von 500 g ein und prägte 30 Stück fein, doch war der Unterschied zwischen Reichstaler und Vereinstaler minimal (16,704 zu 16,667 g), so dass auch die alten preußischen „Reichstaler“ weiterhin umlaufen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Leipzig A.D. 1687''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der dritte ausgeprägte Münzfuß war der [[Leipziger Fuß|Leipziger]] von 1687. In jenem Jahr führte Brandenburg einen Guldenfuß von 18 Gulden ein, was einem 12-Taler-Fuß entspricht. Diese Gulden liefen als 2/3 Taler um und fallen allesamt durch ihre schwungvollen Wertziffern auf. Der altertümliche Leipziger Fuß war in Nord- und Nordostdeutschland bald gut eingeführt und spielte eine Rolle im Ostseehandel: In Hannover, im dänisch regierten Lauenburg und in Mecklenburg-Schwerin wurden solche 2/3 Taler ausgeprägt, wohingegen man Talerstücke im Leipziger Fuß nicht antrifft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun110_1.jpg|thumb|right|400px|Großherzogtum Berg, Joachim Murat, Taler 1806, nach 16-Taler-Fuß. Die Münze trägt keinen Münznamen, sondern nur den Taler-Fuß. Der war so ungewöhnlich, dass die Münze anderswo nicht umlaufen konnte, darum: „Landmünze“ (Thun 110).]]&lt;br /&gt;
''Der groteske Ausnahmefall: 16-Taler-Fuß „Bergische Landmünz“''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Kuriosum der Kurantmünzen sei der (Reichs- oder Kassen-) Taler im 16-Taler-Fuß (14,6 g Feinsilber) erwähnt. Er wurde nur für das Herzogtum bzw. Großherzogtum Berg ausgemünzt, das zuerst Kurfürst Max I. Joseph von Bayern (1799-1806) unterstand, dann Joachim Murat (1806-1808), Napoleons furiosem Reitergeneral. Dieser „Taler“, der fast dem Gulden Leipziger Fuß entsprach, hatte nur einen eng begrenzten Umlauf, doch sagt dies schon die Umschrift: „Bergische Landmünz“ – so floss das geringwertige Geld nicht in die Nachbarländer ab. Noch geringer an Wert war der von Murat ausgegebene [[Bergischer Kassentaler|„Bergische Cassa-Taler“]], der nur noch 13,0 g Feinsilber enthielt. Die Cassa-Taler sind selten und bringen auf dem Markt heute hohe Preise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun44_1.jpg|thumb|right|400px|Bayern, Königreich, Max I. Joseph, „Baierischer Kronthaler“ 1820. Die Devise „Pro Deo et Populo“ (Für Gott und das Volk) vereinigt die gottgegründete etablierte Macht mit dem Volkswohl als Verpflichtung aus der Französischen Revolution. Die Herrschaftszeichen sind eine ziemlich genaue Wiedergabe der 1806 in Paris gefertigten Kroninsignien. (Thun 44).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun48_1.jpg|thumb|right|400px|Bayern, Königreich, Ludwig I., „Baierischer Kronthaler“ 1834. Der „Kronthaler“ trägt seine Wertbezeichnung in der Randschrift, sonst ist die Münze ganz Verherrlichung des egozentrischen Königs: Die Krone im Lorbeer- und Eichenkranz, die persönliche Devise „Gerecht und Beharrlich“, das klassische Porträt (Thun 48).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig-Hannover_16GuteGroschen.jpg|thumb|right|400px|Hannover, Königreich, Wilhelm IV., „16 Gute Groschen“ 1831. Die Münze mit dem hannoverschen&lt;br /&gt;
Sachsenross führt zwei Münzfüße an: den Konventionsgulden und den 2/3 Taler nach dem Leipziger&lt;br /&gt;
„Reichsfuß“ in Guten Groschen, den alten Fürstengroschen zu 1/24 Taler. Das Stück wurde in Clausthal&lt;br /&gt;
aus Harzsilber geprägt und war aus Feinsilber, als eher zur Aufbewahrung als zum Umlauf geeignet (nicht&lt;br /&gt;
bei Thun).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig-Hannover_23Taler_1806.jpg|thumb|right|400px|Hannover, Kurfürstentum, Georg III., 2/3 Taler nach dem „Reichs Fuss“ (der Leipziger 12-Taler-Fuß)&lt;br /&gt;
1806. Die feingeschwungene „2/3“ ist Chiffre für den Leipziger „Reichsfuß“, der noch eigens genannt ist.&lt;br /&gt;
Dieser Münzfuß hatte sich im nordostdeutschen Handel durchgesetzt und wurde deshalb in Hannover&lt;br /&gt;
über Jahrzehnte geprägt. Die dünne Münze ist aus Feinsilber und daher erheblich leichter als legierte&lt;br /&gt;
Münzen (nicht bei Thun).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun157_1.jpg|thumb|right|400px|Hannover, Königreich, Ernst August, Taler 1840 nach dem preußischen 14-Taler-Fuß. Das Wappen mit Krone und Ordenskollane folgt der Gestaltung des preußischen Talers. Das Stück aus Feinsilber (993/1000) aus Clausthal („A“) ist ein Viertel leichter als die legierten späteren Taler (Thun 157).]]&lt;br /&gt;
''Kriegsgeld ist kein gutes Geld: der Kronentaler''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur wichtigsten Münze im frühen 19. Jahrhundert wurde jedoch der [[Kronentaler]]. Er hatte seit 1755 die alten niederländischen Dukatonen ersetzt und wurde zunächst in den österreichischen Niederlanden geprägt, er hieß im Sprachgebrauch deshalb auch „Brabanter Taler“. Mit 25,79 g Feinsilber (rau 29,44 g) war der Kronentaler höher im Wert als der Konventionstaler, der kurz zuvor eingeführt worden war. Er wurde in Süddeutschland mit 2 fl 38 ½  kr bewertet, 14 ½ Kreuzer höher als der Konventionstaler. Während der Kriege in Folge der Französischen Revolution wurde der Kronentaler jedoch von den Emittenten noch höher in Kurs gesetzt und war 1793 mit 2 fl 42 kr klar überbewertet – er wurde damit Geld zur Kriegsfinanzierung. Der Kronentaler mit 40 mm Durchmesser war eine auffällige Münze mit einem markanten Bild: unter Kaiserin Maria Theresia das burgundische Andreas-Kreuz, in den Winkeln vier Kronen, die ihm den Namen gaben, rückseitig der Reichsadler mit aufgelegtem österreichischem Wappenschild. Unter Kaiser Joseph II. (seit 1781) und seinen Nachfolgern wird das Bild deutlich vereinfacht: Es erschien das Brustbild des Monarchen, anderseits das weiter ausgeschmückte Blumenkreuz, auf dem in der Mitte das Feuereisen des Ordens vom Goldenen Vlies liegt, statt der vierten Krone im unteren Winkel sieht man das Kleinod des Ordens. Der österreichische Kronentaler wurde nicht nur in Brüssel und Wien hergestellt, sondern später in fast allen Münzstätten des Habsburger Reiches und war in Zentraleuropa der einzige Konkurrent der französischen Währungen [[Écu]] und [[Franc]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kronentaler wurde auch die Kurantmünze Süddeutschlands, geprägt von Bayern zwischen 1809 und 1837, von Baden, wo er seit 1813 die einzige Talerwährung war, von Württemberg seit 1810, Nassau seit 1816, Hessen-Darmstadt seit 1819. Die Gestaltung war jeweils völlig unterschiedlich. Die Prägung hörte erst auf, als die süddeutschen Staaten 1837 im Münchner Münzvertrag den Süddeutschen Münzverein gründeten, um die beiden Talerwährungen, Kronen- und Konventionstaler, auf eine zu reduzieren. Danach wurden Guldenmünzen nach einem leicht abgewerteten 24-Gulden-Fuß im 24½ -Gulden-Fuß geprägt. Im Jahr darauf wurde mit dem Dresdner Münzvertrag das süddeutsche Gulden- mit dem preußischen Taler-System durch die Prägung des 2-Taler-Stückes vereinbar gemacht. Der Kronentaler war zwar mit dem [[Dresdener Münzvertrag]] von 1857 als Währungsmünze passé, doch er lief noch weiter um und wurde erst 1874 mit der Einführung der Mark endgültig außer Kurs gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Fallbeispiel I: Königreich Bayern''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach der Revue der Taler und Münzfüße nun zwei Beispiele für den deutschen Münzen- und Währungswahn. Von Bayern war schon kurz die Rede: Ausgeprägt wurden Kronentaler seit 1809 und Konventionstaler seit 1753, mit der Besonderheit, dass die Serie von Geschichtstalern König Ludwigs I. im Konventionsfuß, das Umlaufsilber in Kronentalern geprägt wurde. Als durch die Dresdner Münzkonvention von 1838 statt der Konventionstaler die neuen Doppeltaler (im Verhältnis 10:7 auf die Mark) geprägt werden sollten, bedauerte König Ludwig, geizig wie er war, dass man nun für die neuen Formate auch neue Prägewerkzeuge herstellen müsse – man weiß davon aus den sog. Signaten des Königs zu den vorgelegten Akten. Also wurden kurzerhand die gewichtigeren neuen Geschichts-Doppeltaler in der gleichen Werkzeuggröße geprägt wie die Geschichts-Konventionstaler, mit der Folge, dass sie fast eineinhalbmal so dick wurden. Diese Doppeltaler waren zwar nicht eigentlich für den Geldumlauf bestimmt, dennoch wurden die Münzen als unhandlich und unförmig angesehen. Die Geschichts-Doppeltaler des Nachfolgers Maximilian II. wurden von vornherein in der vertragsgemäßen Doppeltalergröße geprägt; die folgende Umstellung von den alten Doppeltalern auf die Vereinsdoppeltaler von 1857 war wegen des minimalen Gewichtsunterschieds frei von den Problemen unpassender Werkzeuge. Bayern prägte die Vereinstaler wie die übrigen Staaten mit Herrscherporträt und Wappen, doch es gab unter König Ludwig II. ein weiteres Münzbild: das der Madonna mit Kind, auf Wolke und Mondsichel thronend, geziert mit Krone und Szepter. Schon der sehr fromme, zutiefst katholische Kurfürst Maximilian (1597/1623-1651) hatte die Madonna als Patrona Bavariae auf die Taler gesetzt, auch hatten die Konventionstaler des 18. Jahrhunderts sowohl Wappen- wie auch Madonnenbilder – weil man für solch einen Madonnentaler auch ein Schwein kaufen konnte, hieß er etwas unfromm auch „Sautaler“. Der erste bayerische König Max I. Joseph (1799/1806-1825) allerdings, der ein konfessionell vielfältiges Reich neu erworben hatte, hat auf den monetären Ausdruck des bayerischen Katholizismus keinen Wert gelegt; erst Ludwig II. nahm zwischen 1865 und 1871 die alte Tradition der Madonnentaler wieder auf. Die Vereinstaler mit Madonnenbild sind heute bei Sammlern beliebt, wie sie es früher auch waren, als sie häufig an die Trachten-Charivaris gehängt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Fallbeispiel II: Königreich Hannover''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein währungspolitisches Feenreich war Hannover, das nach Napoleons Fall 1814 zum Königreich  geworden war, ein Feenreich der Währungen, Bezeichnungen und Ausprägungen. Das Kurfürstentum Hannover hatte bis Ende des 18. Jahrhunderts nach dem Reichs- oder Leipziger Fuß von 1687 (12-Taler-Fuß) geprägt, der im Norden Deutschlands beliebt war. Bevor der Konventionsfuß wie geplant eingeführt werden konnte, kam Napoleon  – und Hannover kam zu Frankreich und zum Königreich Westphalen. Nach 1814 wurden endlich die Konventionsmünzen eingeführt. Geprägt wurden Stücke zu 16 „Guten Groschen“ – nach einem Taler-Maß, das 24 Gute Groschen fasste, also ein ⅔-Taler. Diese 16-Guten-Groschen gingen 20 auf eine Mark fein, waren also auch Gulden nach dem Konventionsfuß. Das Königreich prägte daneben weiterhin Münzen nach dem Leipziger Fuß, die schönen 2/3 Taler-Münzen. Es fällt auf, dass diese Stücke in feinem Silber ausgeprägt sind (993,56/1000) und deshalb leichtgewichtiger als die meisten üblichen Kurantmünzen ihres Wertes. Um Verwirrung wegen des leichten Gewichts zu vermeiden, steht die Feinsilberangabe auf den Münzen. Für den Wirtschaftskreislauf wurden auch 1/12-Taler nach dem Leipziger Fuß geprägt, desgleichen 3-Mariengroschen (1 Mariengroschen 1/480 auf die Mark, bei 36 Mariengroschen auf den Taler) nach einem 13 1/3-Taler-Fuß, desgleichen 1/6 Taler nach dem Konventionsfuß. 1830 kam ein Konventionstaler in Feinsilber heraus auf die Clausthaler Grube Wohlfahrt, wie überhaupt die Feinsilbermünzen Ausweis der reichen Silberminen im Harz waren. 1834 übernahm Hannover schließlich den „Reichstaler“, den 14-Taler-Fuß, Ausweis für den wirtschaftlichen Einfluss Preußens. Hannover passte sich auch im Münzdesign den preußischen Talern an. Das prächtige Wappen mit Krone und Ordenskette macht aus den Talern kleine Kunstwerke. Die Größen sind nicht genormt, denn die später üblichen 750-legierten Talermünzen sind um ein Viertel schwerer als die feinsilbernen. Auch in Hannover machten die Bestimmungen des Wiener Münzvertrags von 1857 einer Vielfalt an Typen und Währungsrechnungen ein Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GetShopData|Taler}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>MWesche</name></author>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=MuenzenSammeln:Thun-Taler&amp;diff=32993</id>
		<title>MuenzenSammeln:Thun-Taler</title>
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		<updated>2021-09-07T09:10:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Die „Thun-Taler“: Deutsches Geld im 19. Jahrhundert'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun406_1.jpg|thumb|right|400px|Waldeck-Pyrmont, Fürstentum, Georg Heinrich, „Kronenthaler“ 1824. Der Zwergstaat Waldeck-Pyrmont konnte nur eine Fürstenkrone über den „Kronenthaler“ setzen, fällt jedoch durch das Landesemblem der&lt;br /&gt;
Palme auf, auf der ein Steinblock liegt: Palma sub pondere crescit (die Palme wächst unter dem Gewicht).&lt;br /&gt;
Ein winziges Wappen hängt am Stamm (Thun 406).]]&lt;br /&gt;
''Währungswirrwarr''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Deutschland hat sich seit dem 15. Jahrhundert zu einem der buntesten, wirrsten Währungsgebiete der Welt entwickelt, und wenn die Welt damals an irgendetwas hätte genesen können, dann sicher nicht am deutschen Geldwesen. Zugleich wurde Deutschland seit dem 18. Jahrhundert zunehmend mit ausländischem Silbergeld gefüttert. Es waren die vielen Kriege auf deutschem Boden, die zu einem massiven Zufluss ausländischen Geldes führten. Durch den Sold fremder Heere, vor allem aber jedoch durch die Subsidienzahlungen der ausländischen Mächte an ihre deutschen Verbündeten. Die Zersplitterung des deutschen Münzwesens lud auch geradezu dazu ein, an Gehalt und Gewicht verlässliche Münzen von auswärts in den Geldfluss einzuspeisen. Dieser Zustand hielt nach der Französischen Revolution an, da zwar die aberhundert Reichsstände und Münzherren des Heiligen Römischen Reiches sich auf dem Weg in den Deutschen Bund 1815 auf die Zahl 41 verringert hatten, doch es gab noch immer ein Dutzend [[Münzfuß|Münzfüße]] der damals noch umlaufenden werthaltigen [[Kurant|Kurant-Münzen]]. Sie reichten von einem altertümlichen 9-Taler-Fuß, der nur noch in Hannover geprägt wurde, bis zu einem Reichs- oder [[Bergischer Kassentaler|Kassen-Taler-Fuß]] von 16 Stück auf eine feine Kölnische Mark (233,8 g), der nur kurzzeitig von 1802 bis 1806 im Großherzogtum Berg ausgeben wurde. Und in Bremen gab es gar den „Taler Gold“, eine pure [[Rechnungsmünze|„Rechnungsmünze“]] im Wert eines französischen Louis d'or oder von 72 Groten. Die zwischen 1863 und 1871 ausgegebenen talergroßen Silbermünzen „Taler Gold“ waren nur Gedenkprägungen. Der historisch gewachsenen Münzsysteme waren noch genug: Wenn's ums Geld ging, mussten unsere Ahnen jedenfalls gut kopfrechnen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun207_1.jpg|thumb|right|400px|Hohenzollern-Sigmaringen, Fürstentum, Carl, Doppeltaler 1844, nach der Leipziger Münzkonvention von 1838. Das Münzporträt stammt von Carl Wilhelm Doell, der aus dem auf Metallgravur spezialisierten Suhl in Thüringen stammte; die Münze wurde in Karlsruhe geprägt. Das schöne Wappen mit den beiden Mastiff-Hunden als Wappenhaltern ersetzte den durch den Münzvertrag vorgesehenen Eichenkranz auf den älteren Jahrgängen (Thun 207).]]&lt;br /&gt;
''Thun-Taler sind keine Währung''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Thun-Taler“, weil der Beschreiber dieser Taler-Welten Norbert Thun war: „Deutsche Taler, Doppelgulden, Doppeltaler von 1800 bis 1871“ (zuerst 1974). Das Jahr 1800 ist dabei willkürlich gewählt, weder durch historische noch durch währungspolitische Zustände bedingt. Das Werk ist auch keine Geldgeschichte, sondern nur ein alphabetischer Typen-Katalog, doch seine leichte Handhabung hat ihn zu einem bewährten Instrument gemacht. Paul Arnold – Harald Küthmann – Dirk Steinhilber: Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute (zuerst 1970, abgekürzt AKS) führen zu allen Staaten Listen der Münzsorten, aus denen sich leicht die Geldgeschichte ablesen lässt. Dennoch: beide Kataloge lassen die historische Entwicklung des Münzwesens in Deutschland nicht eigentlich erkennen. Dabei führte erst die Zusammenführung der verschiedenen Währungsgebiete durch [[Münzkonvention|Münzkonventionen]] zu größeren Währungsgebieten, die nach 1856 sogar die deutschen Länder des Habsburgerreiches umfasste. Nach der Errichtung des Deutschen Reiches 1871 gab es nur noch eine einzige Währung: die Mark. Sie war - nach Jahrhunderten der Silberwährung - eine reine Goldwährung. So ist die Geldgeschichte Deutschlands auch die Geschichte seiner Münzkonventionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Datei:Thun391_1.jpg|thumb|right|400px|Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstentum, Friedrich Günther, „Speciesthaler“ 1812. Die Wertseite imitiert mit dem Eichenkranz die damals umlaufenden preußischen „Reichsthaler“, doch handelt es sich bei dieser&lt;br /&gt;
Münze um einen viel höherwertigen Konventions“spezies“taler. Die Münze mit dem bubenhaften Porträt&lt;br /&gt;
des Fürsten wurde in Saalfeld geprägt, der alten Münzstätte Thüringens, die bis 1846 noch unter&lt;br /&gt;
Talergröße prägte und dann geschlossen wurde (Thun 391).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun292_1.jpg|thumb|right|400px|Sachsen, Königreich, Friedrich August III., Konventionstaler 1809. „Sächsische Taler“ wurden in großen Mengen ausgebracht und wurden namengebend für die Konventionstaler. Dieser Jahrgang wurde mit 563.000 Exemplaren geprägt (Thun 292).]]&lt;br /&gt;
''Der Konventionstaler''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Welche Kurantmünzen (sog. „grobe Sorten“) liefen seit 1800 in Deutschland um? Da galt zunächst der [[Species|Speciestaler]], der ursprünglich der seit 1566 geprägte Reichstaler mit 9 Stück aus einer Kölnischen Mark Feinsilber (25,984 g Feinsilber) war. Als 1753 durch eine Konvention zwischen Österreich und Bayern der Taler mit 10 Stück auf eine feine Mark (233,86 g Feinsilber) festgelegt wurde und ein [[Gulden]] als Halbstück mit 20 auf die feine Mark, wurde damit eine hochwertige und zuverlässige Münze geschaffen. Dieser Münzfuß erhielt die Bezeichnung 20-Gulden-Fuß oder Konventionsfuß. Der Maria-Theresia-Taler ist der bekannteste nach dieser Konvention geprägte Taler. Österreich blieb noch bis 1856 bei diesem Konventionsfuß, Sachsen bis 1838. Danach übernahm das Königreich den preußischen Talerfuß. In Deutschland verband sich der Konventionstaler im 19. Jahrhundert so sehr mit dem kontinuierlich und in großen Massen prägenden Königreich Sachsen, dass er gemeinhin „sächsischer Taler“ genannt wurde. Der Konventionstaler übernahm die Funktion des Speciestaler und wurde deshalb auch Konventionsspeciestaler genannt. „Species“ – das bedeutet die Münze als Ding, meinte den konkreten Taler im Gegensatz zu einer Rechnungsmünze, die nicht geprägt, sondern nach der nur berechnet wurde. So wäre z. B. ein umlaufender „[[Laubtaler]]“, der französische Écu à six livre, nicht als solcher in den Geschäftsbüchern aufgetaucht, sondern in seinem jeweiligen Rechnungswert: in Bayern in Gulden, in Preußen als Reichstaler. Dafür gab es Umrechnungstabellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun434_1.jpg|thumb|right|400px|Württemberg, Königreich, Wilhelm, „Kronen Thaler“ 1827. Der Kronentaler hatte den Konventionstaler in Württemberg verdrängt, ähnlich wie in Bayern. Neben wenigen Konventionstalern wurden vor allem Gulden geprägt (Thun 434).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun437_1.jpg|thumb|right|400px|Württemberg, Königreich, Wilhelm, „Zwey Gulden“ 1847. Der Doppelgulden nach dem 24 1⁄2 -Gulden-Fuß entspricht dem Münchner Münzvertrag von 1837 und war nach dem Leipziger Vertrag von 1838 1 preußischer Taler, 4 Silbergroschen und 3 1/2 Pfennig wert (Thun 437).]]&lt;br /&gt;
''„Konvention Rheinisch“''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch neben den Silbertalern nach festem [[Schrot und Korn]], den „Speciestalern“, liefen vor allem die kleineren Silberstückelungen um. Sie waren die Grundlage für die Münzversorgung in den deutschen Staaten. Die kleinen Sorten enthielten häufig weniger Silber, als sie im Verhältnis zum Taler haben sollten – hierin lag der Gewinn für den Münzherrn, der [[Schlagschatz|„Schlagschatz“]], und der war durch das Kleingeld besonders hoch. Die häufigste, geläufigste Münze in der Konventionswährung war das 20-Kreuzer-Stück (1/3 Gulden), das sogenannte „Kopfstück“ nach dem jeweils abgebildeten Kopf des Münzherrn. Österreich, das den Konventionstaler zuerst eingeführt hatte, prägte auch die kleineren Kreuzerstücke mit korrektem Silberanteil, während Bayern geringerwertige Silbersorten ausgab – die Währungsparität zwischen den beiden Ländern war damit nicht mehr gegeben und die Konvention wurde bereits 1754 aufgekündigt. Unter diesen Umständen wurden die guthaltigen Konventionsmünzen mit einem Aufschlag gehandelt, der [[Konventionstaler]] in Bayern nicht mit 2 fl (Gulden) bewertet, sondern mit 2 fl 24 kr (Kreuzer) in den kleineren Silbersorten. Die Abwertung der bayerischen und süddeutschen Silbermünzen betrug also 20%. Diese neue Rechnungswährung wurde 24-Gulden-Fuß, auch Rheinischer Fuß, genannt, und sie wurde die „Währung“ Bayerns. Sie ist ohne den Konventionstaler nicht zu verstehen, und doch eine eigene „Währung“. Der in Bayern auch ausgemünzte Konventionstaler kostete in kleinen Sorten 24 kr mehr als anderswo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Ein Intermezzo: Der hohe Norden''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dennoch gab es den alten Speciestaler nach dem 9-Taler-Fuß: In Schleswig und Holstein lief er, der im Königreich Dänemark Kurantwährung war, zu 60 Schilling (25,282 g Feinsilber) um, bis unter König Christian VIII. (1839-1848) der dänische Rigsbankdaler zu 30 Schilling Kurant eingeführt wurde. Schleswig war Teil des Königreichs Dänemark, während Holstein zum Deutschen Bund gehörte. Aus dieser komplizierten staatsrechtlichen Stellung sollte 1864 der deutsch-dänische Krieg erwachsen. Man sieht hier, wie ausländische Währungen bis nach Deutschland reichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Rechnungswährung „Taler Gold“ der Hansestadt Bremen war schon die Rede. Die Freie und Hansestadt Hamburg hatte ebenfalls ihre eigene Währung, sie war ursprünglich die von Lübeck: 1 Mark zu 16 Schillingen, der Taler galt 3 Mark oder 48 Schillinge. Die Hamburger Courant-Währung galt seit 1725 und rechnete 34 Mark auf eine Kölner Mark. Geprägt wurden im Jahr 1809 Stücke zu 32 Schillingen in 750/1000 und 968/1000 Silber, an niedrigen Nominalen bis in die 1850er Jahre Dreilinge, Sechslinge und Schilling in Billon-Silber. Im Jahr 1856 schloss sich Hamburg schließlich der etwas leichteren preußischen Talerwährung an (umgerechnet 35 Mark auf eine Kölner Mark fein) und setzte das Talerstück zu 2 ½ Mark Kurant fest. Als 1857 das „Zollpfund“ zur Gewichtsnorm der Vereinstaler bestimmt wurde, blieben Hamburg und Lübeck bei der Kölnischen Mark. Beide Städte prägen erst wieder nach Einführung der Mark des Deutschen Reiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun244_1.jpg|thumb|right|400px|Preußen, Königreich, Friedrich Wilhelm III., „Reichsthaler“ 1814 A (Berlin). Der Taler nach dem Graumanschen Münzfuß von 14 Taler auf die Kölnische Mark fein heißt hier noch ausdrücklich „Reichsthaler“, auf dem folgenden sog. Kanonentaler steht nur noch „Ein Thaler“ (Thun 244).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun272_1.jpg|thumb|right|400px|Preußen, Königreich, Wilhelm I., „Sieges Thaler“ 1871, ein Vereinstaler ohne Angabe des Münzfußes, geprägt aus Anlass des Sieges über Frankreich. Die Königreiche Bayern, Sachsen und Württemberg prägten ebenfalls „Siegestaler“. (Thun 272).]]&lt;br /&gt;
''Der „Reichstaler“, der nur ein preußischer war''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die zweite bedeutende Talermünze war der „Reichstaler“ nach dem sog. [[Grauman(n)scher Münzfuß|Graumanschen Münzfuß]] von 14 Talern auf eine feine Mark (16,704 g Feingewicht) – der Name [[Reichstaler]] ist reichlich irreführend, fast anmaßend, denn mit dem alten Reichsfuß von 1566 hat er nichts zu tun. Der Münzfuß geht auf den preußischen Generalmünzdirektor Johann Philipp Grauman zurück, der seit 1750 den Taler kontinuierlich prägen ließ. Dieser Münze war unter allen Talern in Deutschland die beste Zukunft beschieden: Der Reichstaler wurde eine Grundlage der Leipziger Münzkonvention von 1838, als die preußische Talerwährung mit der süddeutschen Guldenwährung im Rahmen des deutschen Zollvereins harmonisiert wurde und die Vertragsstaaten eine [[Vereinsmünze]] von zwei Talern = 3 ½ Gulden prägten. Damit wurde auch Süddeutschland für den preußischen Taler geöffnet. Als 1857 im [[Wiener Münzvertrag von 1857|Wiener Münzvertrag]] der [[Vereinstaler|„Vereinstaler“]] eingeführt wurde, legte man wieder den Reichstaler zugrunde. Man führte als Maßeinheit das [[Zollpfund|„Zollpfund“]] von 500 g ein und prägte 30 Stück fein, doch war der Unterschied zwischen Reichstaler und Vereinstaler minimal (16,704 zu 16,667 g), so dass auch die alten preußischen „Reichstaler“ weiterhin umlaufen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Leipzig A.D. 1687''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der dritte ausgeprägte Münzfuß war der [[Leipziger Fuß|Leipziger]] von 1687. In jenem Jahr führte Brandenburg einen Guldenfuß von 18 Gulden ein, was einem 12-Taler-Fuß entspricht. Diese Gulden liefen als 2/3 Taler um und fallen allesamt durch ihre schwungvollen Wertziffern auf. Der altertümliche Leipziger Fuß war in Nord- und Nordostdeutschland bald gut eingeführt und spielte eine Rolle im Ostseehandel: In Hannover, im dänisch regierten Lauenburg und in Mecklenburg-Schwerin wurden solche 2/3 Taler ausgeprägt, wohingegen man Talerstücke im Leipziger Fuß nicht antrifft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun110_1.jpg|thumb|right|400px|Großherzogtum Berg, Joachim Murat, Taler 1806, nach 16-Taler-Fuß. Die Münze trägt keinen Münznamen, sondern nur den Taler-Fuß. Der war so ungewöhnlich, dass die Münze anderswo nicht umlaufen konnte, darum: „Landmünze“ (Thun 110).]]&lt;br /&gt;
''Der groteske Ausnahmefall: 16-Taler-Fuß „Bergische Landmünz“''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Kuriosum der Kurantmünzen sei der (Reichs- oder Kassen-) Taler im 16-Taler-Fuß (14,6 g Feinsilber) erwähnt. Er wurde nur für das Herzogtum bzw. Großherzogtum Berg ausgemünzt, das zuerst Kurfürst Max I. Joseph von Bayern (1799-1806) unterstand, dann Joachim Murat (1806-1808), Napoleons furiosem Reitergeneral. Dieser „Taler“, der fast dem Gulden Leipziger Fuß entsprach, hatte nur einen eng begrenzten Umlauf, doch sagt dies schon die Umschrift: „Bergische Landmünz“ – so floss das geringwertige Geld nicht in die Nachbarländer ab. Noch geringer an Wert war der von Murat ausgegebene [[Bergischer Kassentaler|„Bergische Cassa-Taler“]], der nur noch 13,0 g Feinsilber enthielt. Die Cassa-Taler sind selten und bringen auf dem Markt heute hohe Preise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun44_1.jpg|thumb|right|400px|Bayern, Königreich, Max I. Joseph, „Baierischer Kronthaler“ 1820. Die Devise „Pro Deo et Populo“ (Für Gott und das Volk) vereinigt die gottgegründete etablierte Macht mit dem Volkswohl als Verpflichtung aus der Französischen Revolution. Die Herrschaftszeichen sind eine ziemlich genaue Wiedergabe der 1806 in Paris gefertigten Kroninsignien. (Thun 44).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun48_1.jpg|thumb|right|400px|Bayern, Königreich, Ludwig I., „Baierischer Kronthaler“ 1834. Der „Kronthaler“ trägt seine Wertbezeichnung in der Randschrift, sonst ist die Münze ganz Verherrlichung des egozentrischen Königs: Die Krone im Lorbeer- und Eichenkranz, die persönliche Devise „Gerecht und Beharrlich“, das klassische Porträt (Thun 48).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig-Hannover_16GuteGroschen.jpg|thumb|right|400px|Hannover, Königreich, Wilhelm IV., „16 Gute Groschen“ 1831. Die Münze mit dem hannoverschen&lt;br /&gt;
Sachsenross führt zwei Münzfüße an: den Konventionsgulden und den 2/3 Taler nach dem Leipziger&lt;br /&gt;
„Reichsfuß“ in Guten Groschen, den alten Fürstengroschen zu 1/24 Taler. Das Stück wurde in Clausthal&lt;br /&gt;
aus Harzsilber geprägt und war aus Feinsilber, als eher zur Aufbewahrung als zum Umlauf geeignet (nicht&lt;br /&gt;
bei Thun).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig-Hannover_23Taler_1806.jpg|thumb|right|400px|Hannover, Kurfürstentum, Georg III., 2/3 Taler nach dem „Reichs Fuss“ (der Leipziger12-Taler-Fuß)&lt;br /&gt;
1806. Die feingeschwungene „2/3“ ist Chiffre für den Leipziger „Reichsfuß“, der noch eigens genannt ist.&lt;br /&gt;
Dieser Münzfuß hatte sich im nordostdeutschen Handel durchgesetzt und wurde deshalb in Hannover&lt;br /&gt;
über Jahrzehnte geprägt. Die dünne Münze ist aus Feinsilber und daher erheblich leichter als legierte&lt;br /&gt;
Münzen (nicht bei Thun).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Thun157_1.jpg|thumb|right|400px|Hannover, Königreich, Ernst August, Taler 1840 nach dem preußischen 14-Taler-Fuß. Das Wappen mit Krone und Ordenskollane folgt der Gestaltung des preußischen Talers. Das Stück aus Feinsilber (993/1000) aus Clausthal („A“) ist ein Viertel leichter als die legierten späteren Taler (Thun 157).]]&lt;br /&gt;
''Kriegsgeld ist kein gutes Geld: der Kronentaler''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur wichtigsten Münze im frühen 19. Jahrhundert wurde jedoch der [[Kronentaler]]. Er hatte seit 1755 die alten niederländischen Dukatonen ersetzt und wurde zunächst in den österreichischen Niederlanden geprägt, er hieß im Sprachgebrauch deshalb auch „Brabanter Taler“. Mit 25,79 g Feinsilber (rau 29,44 g) war der Kronentaler höher im Wert als der Konventionstaler, der kurz zuvor eingeführt worden war. Er wurde in Süddeutschland mit 2 fl 38 ½  kr bewertet, 14 ½ Kreuzer höher als der Konventionstaler. Während der Kriege in Folge der Französischen Revolution wurde der Kronentaler jedoch von den Emittenten noch höher in Kurs gesetzt und war 1793 mit 2 fl 42 kr klar überbewertet – er wurde damit Geld zur Kriegsfinanzierung. Der Kronentaler mit 40 mm Durchmesser war eine auffällige Münze mit einem markanten Bild: unter Kaiserin Maria Theresia das burgundische Andreas-Kreuz, in den Winkeln vier Kronen, die ihm den Namen gaben, rückseitig der Reichsadler mit aufgelegtem österreichischem Wappenschild. Unter Kaiser Joseph II. (seit 1781) und seinen Nachfolgern wird das Bild deutlich vereinfacht: Es erschien das Brustbild des Monarchen, anderseits das weiter ausgeschmückte Blumenkreuz, auf dem in der Mitte das Feuereisen des Ordens vom Goldenen Vlies liegt, statt der vierten Krone im unteren Winkel sieht man das Kleinod des Ordens. Der österreichische Kronentaler wurde nicht nur in Brüssel und Wien hergestellt, sondern später in fast allen Münzstätten des Habsburger Reiches und war in Zentraleuropa der einzige Konkurrent der französischen Währungen [[Écu]] und [[Franc]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kronentaler wurde auch die Kurantmünze Süddeutschlands, geprägt von Bayern zwischen 1809 und 1837, von Baden, wo er seit 1813 die einzige Talerwährung war, von Württemberg seit 1810, Nassau seit 1816, Hessen-Darmstadt seit 1819. Die Gestaltung war jeweils völlig unterschiedlich. Die Prägung hörte erst auf, als die süddeutschen Staaten 1837 im Münchner Münzvertrag den Süddeutschen Münzverein gründeten, um die beiden Talerwährungen, Kronen- und Konventionstaler, auf eine zu reduzieren. Danach wurden Guldenmünzen nach einem leicht abgewerteten 24-Gulden-Fuß im 24½ -Gulden-Fuß geprägt. Im Jahr darauf wurde mit dem Dresdner Münzvertrag das süddeutsche Gulden- mit dem preußischen Taler-System durch die Prägung des 2-Taler-Stückes vereinbar gemacht. Der Kronentaler war zwar mit dem [[Dresdener Münzvertrag]] von 1857 als Währungsmünze passé, doch er lief noch weiter um und wurde erst 1874 mit der Einführung der Mark endgültig außer Kurs gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Fallbeispiel I: Königreich Bayern''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach der Revue der Taler und Münzfüße nun zwei Beispiele für den deutschen Münzen- und Währungswahn. Von Bayern war schon kurz die Rede: Ausgeprägt wurden Kronentaler seit 1809 und Konventionstaler seit 1753, mit der Besonderheit, dass die Serie von Geschichtstalern König Ludwigs I. im Konventionsfuß, das Umlaufsilber in Kronentalern geprägt wurde. Als durch die Dresdner Münzkonvention von 1838 statt der Konventionstaler die neuen Doppeltaler (im Verhältnis 10:7 auf die Mark) geprägt werden sollten, bedauerte König Ludwig, geizig wie er war, dass man nun für die neuen Formate auch neue Prägewerkzeuge herstellen müsse – man weiß davon aus den sog. Signaten des Königs zu den vorgelegten Akten. Also wurden kurzerhand die gewichtigeren neuen Geschichts-Doppeltaler in der gleichen Werkzeuggröße geprägt wie die Geschichts-Konventionstaler, mit der Folge, dass sie fast eineinhalbmal so dick wurden. Diese Doppeltaler waren zwar nicht eigentlich für den Geldumlauf bestimmt, dennoch wurden die Münzen als unhandlich und unförmig angesehen. Die Geschichts-Doppeltaler des Nachfolgers Maximilian II. wurden von vornherein in der vertragsgemäßen Doppeltalergröße geprägt; die folgende Umstellung von den alten Doppeltalern auf die Vereinsdoppeltaler von 1857 war wegen des minimalen Gewichtsunterschieds frei von den Problemen unpassender Werkzeuge. Bayern prägte die Vereinstaler wie die übrigen Staaten mit Herrscherporträt und Wappen, doch es gab unter König Ludwig II. ein weiteres Münzbild: das der Madonna mit Kind, auf Wolke und Mondsichel thronend, geziert mit Krone und Szepter. Schon der sehr fromme, zutiefst katholische Kurfürst Maximilian (1597/1623-1651) hatte die Madonna als Patrona Bavariae auf die Taler gesetzt, auch hatten die Konventionstaler des 18. Jahrhunderts sowohl Wappen- wie auch Madonnenbilder – weil man für solch einen Madonnentaler auch ein Schwein kaufen konnte, hieß er etwas unfromm auch „Sautaler“. Der erste bayerische König Max I. Joseph (1799/1806-1825) allerdings, der ein konfessionell vielfältiges Reich neu erworben hatte, hat auf den monetären Ausdruck des bayerischen Katholizismus keinen Wert gelegt; erst Ludwig II. nahm zwischen 1865 und 1871 die alte Tradition der Madonnentaler wieder auf. Die Vereinstaler mit Madonnenbild sind heute bei Sammlern beliebt, wie sie es früher auch waren, als sie häufig an die Trachten-Charivaris gehängt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Fallbeispiel II: Königreich Hannover''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein währungspolitisches Feenreich war Hannover, das nach Napoleons Fall 1814 zum Königreich  geworden war, ein Feenreich der Währungen, Bezeichnungen und Ausprägungen. Das Kurfürstentum Hannover hatte bis Ende des 18. Jahrhunderts nach dem Reichs- oder Leipziger Fuß von 1687 (12-Taler-Fuß) geprägt, der im Norden Deutschlands beliebt war. Bevor der Konventionsfuß wie geplant eingeführt werden konnte, kam Napoleon  – und Hannover kam zu Frankreich und zum Königreich Westphalen. Nach 1814 wurden endlich die Konventionsmünzen eingeführt. Geprägt wurden Stücke zu 16 „Guten Groschen“ – nach einem Taler-Maß, das 24 Gute Groschen fasste, also ein ⅔-Taler. Diese 16-Guten-Groschen gingen 20 auf eine Mark fein, waren also auch Gulden nach dem Konventionsfuß. Das Königreich prägte daneben weiterhin Münzen nach dem Leipziger Fuß, die schönen 2/3 Taler-Münzen. Es fällt auf, dass diese Stücke in feinem Silber ausgeprägt sind (993,56/1000) und deshalb leichtgewichtiger als die meisten üblichen Kurantmünzen ihres Wertes. Um Verwirrung wegen des leichten Gewichts zu vermeiden, steht die Feinsilberangabe auf den Münzen. Für den Wirtschaftskreislauf wurden auch 1/12-Taler nach dem Leipziger Fuß geprägt, desgleichen 3-Mariengroschen (1 Mariengroschen 1/480 auf die Mark, bei 36 Mariengroschen auf den Taler) nach einem 13 1/3-Taler-Fuß, desgleichen 1/6 Taler nach dem Konventionsfuß. 1830 kam ein Konventionstaler in Feinsilber heraus auf die Clausthaler Grube Wohlfahrt, wie überhaupt die Feinsilbermünzen Ausweis der reichen Silberminen im Harz waren. 1834 übernahm Hannover schließlich den „Reichstaler“, den 14-Taler-Fuß, Ausweis für den wirtschaftlichen Einfluss Preußens. Hannover passte sich auch im Münzdesign den preußischen Talern an. Das prächtige Wappen mit Krone und Ordenskette macht aus den Talern kleine Kunstwerke. Die Größen sind nicht genormt, denn die später üblichen 750-legierten Talermünzen sind um ein Viertel schwerer als die feinsilbernen. Auch in Hannover machten die Bestimmungen des Wiener Münzvertrags von 1857 einer Vielfalt an Typen und Währungsrechnungen ein Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{GetShopData|Taler}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=MuenzenSammeln:Historische_Silberm%C3%BCnzen&amp;diff=32863</id>
		<title>MuenzenSammeln:Historische Silbermünzen</title>
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		<updated>2021-08-03T12:47:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Historische Silbermünzen als Sammelgebiete'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Münzen sammeln hat viele Erscheinungsformen, eine der schönsten ist das Anhäufen von Wert. Wer das nicht durch den Erwerb teuerer numismatischer Raritäten erreichen will, kann sich viel Freude mit Edelmetall-Münzen machen, besonders mit Silbermünzen, die aus dem meistbenutzten Münzmetall aller Zeiten bestehen, von König Kroisos von Lydien, dem legendären Erfinder des Münzgeldes, bis heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eine Kaiserin geht um die Welt – der Maria-Theresia-Taler'''&amp;lt;/br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohl jeder kennt den „Maria-Theresia-Taler“, der gern zu besonderen Anlässen verschenkt wurde und wohl heute noch verschenkt wird. Die deutsche Kaiserin Maria Theresia von Habsburg hat der Welt damit vielleicht ihr schönstes, jedenfalls dauerhaftestes Geschenk gemacht, denn der Taler wird von 1780, damals zuerst im vorderösterreichischen Günzburg an der Donau, bis heute in Wien, Bombay und anderswo mit dem gleichen Bild geprägt, in mehreren Hundert Millionen Stück. Der Taler entspricht im Wert einem Zehntel der alten [[Kölnische Mark|Kölnischen Gewichtsmark]] von 233,8 gr. Silber fein, festgelegt durch die [[Münzkonvention]] zwischen Österreich  und Bayern 1753. In Österreich galt er bis 1858 als offizielles Zahlungsmittel, in Afrika und Asien war er bis weit ins 20. Jahrhundert überaus beliebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:8Reales1799RS.jpg|300px|frameless|left]]&lt;br /&gt;
'''Das spanische 8-Reales-Stück, das Vielnamige: Peso de à ocho, Piaster, „Colonnato“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Quell allen monetären Reichtums in der Neuzeit lag in den Silberminen von Potosí in Bolivien, auf 4000 m Höhe gelegen. Sie waren zweieinhalb Jahrhunderte, bis ca, 1800, die größte Silbermine des spanischen Weltreichs, wenn auch in den mexikanischen Minen von Guanajuato, Zacatecas und anderswo dort insgesamt mehr Silber zutage gebracht wurde. Das dort, besonders in Potosi unter unmenschlichen Bedingungen, geförderte Edelmetall war das Blut im Kreislauf der Weltwirtschaft.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heute noch sind sehr viele 8-Reales-Stücke der spanischen Könige, die harte und beständige Weltwährung (27,07 Gramm, 917er, später auch 896er Silber), wie von Karl III., Karl IV. und Felipe IV. im Münzhandel zu erwerben. Die Münzen zeigen jeweils das Bild des Monarchen, auf der anderen Seite das spanische [[Wappen]] mit den beiden Säulen des Herkules beidseits, wonach er auch „Colonnato“, Säulentaler, genannt wurde. Als Mexiko 1810 unabhängig wurde wurden die 8-Real-Stücke weiter mit beständigem Gewicht und Feinheit („10 Dineros 20 Granos“ = 0.903) geprägt. Das Design von Wappenadler und von Freiheitsmütze vor Sonnenstrahlen wurde von 1825 bis 1897 beibehalten. Von 1898 bis 1909 wurde das gleiche Stück als 1 Peso weitergeprägt, nachdem bereits Kaiser Maximilian von Mexiko den Peso als [[Nominal]] eingeführt hatte. All diese Silberstücke sind in großer Menge hergestellt und liefen bis nach China, dem Schwarzen Loch des Silbers der Welt, wo sie häufig mit eigenen [[Gegenstempel|Prüfmarken]] versehen wurden. Für den an Geldgeschichte interessierten Sammler tut sich hier ein weites Feld auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:MorganDollar1880.jpg|400px|frameless|center]]&lt;br /&gt;
'''„26.7“ – Der Dollar und seine Vettern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der [[Dollar|US-Dollar]] ist ein enger Verwandter des spanischen Piaster, er wiegt aber etwas weniger: 26,7 Gramm bei 0.900 Silbergehalt. Das $-Zeichen wurde zuvor schon für den spanischen Peso verwendet, und spanische und mexikanische Pesos liefen als Kurant-Geld in den Vereinigten Staaten von Nordamerika um. Die USA führten erst in den 1790er Jahren eine eigene Münzserie ein, die heute sehr selten ist, doch die Prägung von Dollar-Münzen blieb immer hinter der von Halfdollars zurück, selbst der „Seated Liberty Dollar“ von Christian Gobrecht, der von 1840 bis 1873 ausgebracht wurde, brachte es zu keinen hohen Prägezahlen. Von 1873 bis 1878 wurde dann ein Trade Dollar, der nur für den Außenhandel vorgesehen war, ausgeprägt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Dollar hingegen, den George T. Morgan 1878 entwarf, war ein großer Wurf und eine sehr bedeutende Silbermünze (siehe Abbildung oben). Morgan (1845-1925) war erst 1876 aus Birmingham (England) in die USA gekommen, doch sein Entwurf von großer Geschlossenheit und Schönheit sollte das Aussehen des amerikanischen Geldes auf lange Zeit bestimmen; sein Dollar gehört in jede Münzsammlung. Der Morgan-Dollar wurde jährlich millionenfach geprägt, obgleich die Regierung zunächst kein solch unhandliches Stück mehr in Umlauf bringen wollte, nachdem die deutschen Staaten ihre Silberwährungen aufgegeben hatten und der Silberpreis fiel und fiel. Der Morgan-Dollar, bis 1904 geprägt und 1921 nochmals aufgelegt, kostete den Staat viel Geld zur Wahrung des [[Bimetallismus]]. Im Jahr 1921 wurde er ersetzt durch ein neues Design von Anthony DeFrancisci, durch den „Peace Dollar“, auch er ein ästhetisches Meisterwerk. Hier sitzt der Adler, das Wappentier der USA, ruhig auf einem Felsen, einen Ölzweig in den Fängen, Symbol der befriedeten Welt. Nicht minder Meisterwerke sind die Half Dollars „Walking Liberty“ (1916-1947) und „Franklin“ (1948-1963), die mit entsprechendem Gewicht und gleichem [[Feingehalt]] ausgebracht wurden. Es ist sehr erstaunlich, wie die USA über 170 Jahre Silberwährung mit konstantem Gewicht und Feingehalt geprägt haben. „26.7“ ist auch ein Markenzeichen für Länder, die sich wirtschaftlich eng an die USA anschlossen: Cuba, die Dominikanische Republik. Beide Länder brachten das „26.7“ auf die Dollars selbst, Cuba bis 1953, die Dominikanische Republik seit 1937, sogar auf Kupfer-Nickel-Münzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:5FrancsLAN7A.jpg|400px|frameless|center]]&lt;br /&gt;
'''Der französische Franken und seine Gefährten'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der französische „Franc“ ist ein Kind der Französischen Revolution, er löste 1795 den [[Livre]] ab und wurde die erste Dezimalwährung Europas. Der Franc wurde nicht nur als Nominal dezimal – er wurde in 100 Centimes eingeteilt, er lehnte sich auch im Gewichtssystem an das als Gewichtsnorm neu eingeführte Kilogramm zu 1000 Gramm an. Das 5-Franc-Stück, die künftige [[Kurant|Kurant-Münze]] Europas, wog 25 Gramm und bestand aus 900/1000 feinem Silber. Napoleon Bonaparte brachte den Franc in die von ihm eroberten Länder, wo er Republiken nach revolutionärem Vorbild errichtete, nach Italien und in die Schweiz. Der in den folgenden Jahrzehnten einsetzende Siegeszug des französischen Franc war wohl auf die einfache Dezimal-Berechnung des Silberwertes zurückzuführen, leichter zu handhaben als das [[Duodezimalsystem|Duodezimal-System]] des bis auf die Karolingerzeit zurückreichenden englischen Währungssystems und als das vielfältige Münzwesen der deutschen Staaten, das auf der Kölnischen Mark von 233,8 Gramm beruhte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. Dezember 1865 schlossen sich Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz zur „Lateinischen Münzunion“ zusammen, Länder, die schon zuvor den Franken als Richtschnur für ihr eigenes Kurantgeld eingeführt hatten. Das 5-Franken-Stück und die Goldmünzen hatten Gültigkeit im gesamten Währungsgebiet. Das Franken-System war bimetallisch; das Verhältnis zwischen Gold und Silber war 1:15,5. Diese Grundgegebenheit führte später durch die sich verschiebenden Preise für Edelmetalle zum Niedergang der Union, war ihr Konstruktionsfehler. Bis zum Ersten Weltkrieg übernahmen immer mehr Länder Europas das Kurantsystem der Münzunion, es kam schließlich bis nach Belgisch-Kongo und Venezuela – 1926 wurde die Union endgültig aufgelöst, nachdem der Geldbedarf der Staaten im Ersten Weltkrieg ein Währungssystem aus Edelmetallen unbrauchbar werden ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Sammler ist die Lateinische Münzunion ein Gebiet von großem Reiz: Er kann werthaltige Silbermünzen vieler europäischer Staaten zusammentragen, taucht tief in die europäische Währungs- und Wirtschaftsgeschichte ein und kann in der politischen Geschichte manche Parallele zu unserer heutigen Welt ziehen. Der französische Kaiser Napoleon III. bekannte unverblümt, die Lateinische Münzunion als Instrument zur „Hegemonie über Kontinentaleuropa“ zu benutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Taler des 19. Jahrhunderts'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach dem Ende des alten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und dem Bankrott der meisten deutschen Staaten durch die Verwicklungen in Napoleons politisches System waren neue Währungsvereinbarungen angesagt: Ziel war eine Modernisierung der Wirtschaft in Deutschland durch Abschaffung von Binnenzöllen und durch die Vereinheitlichung von Maßen, Gewichten und Währungen. Nach dem Wiener Kongress gab es vier dominierende Währungssysteme: den preußischen 14-Taler-Fuß (irreführend „Reichsthaler“ genannt), den sächsisch-österreichischen 10-Taler-Fuß (den „Conventionsthaler“) und den 24 bzw. 24 ½ Gulden-Fuß (sogenannte „Convention Rheinisch“) der süddeutschen Staaten nach der Kölnischen Mark; die norddeutsche [[Schilling|Schilling-Währung]] der Hansestädte Lübeck und Hamburg lief nach einem eigenen System. Im Jahre 1837 beschlossen die süddeutschen Staaten (Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt, Nassau) in München, ihre 24 ½ Gulden-Währung mit dem preußischen Taler im Verhältnis 1 ¾ :1 in Beziehung zu setzen, ein Jahr darauf wurde in Dresden die Prägung von gemeinsamen Münzen in 1 und 2 Gulden und 2-Taler-Stücken beschlossen, weitere Staaten (Preußen, Sachsen, die sächsischen und thüringischen Kleinstaaten) schlossen sich dieser reinen Silber-Währung an. Alle Länder des 1833/34 neugegründeten Zollvereins schlossen sich hier währungspolitisch zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:2TalerPreussen1856.jpg|thumb|right|400px|Preussen, Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861), 2 Taler – 3 1⁄2 Gulden 1856 nach dem Dresdner Münzvertrag.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2TalerBayern1839.jpg|thumb|right|400px|Bayern, Ludwig I. (1826-1848), 3 1⁄2 Gulden – 2 Taler 1839 nach dem Dresdner Münzvertrag.]]&lt;br /&gt;
Das Zwei-Taler-Stück hatte den Wert von 3 ½ Gulden – und den Wert einer Flasche Champagner, weshalb es auch „Champagnerthaler“ genannt wurde. Die Gulden und 2-Taler-Münzen sollten eine einheitliche Wertseite mit einem Eichenkranz tragen, doch Preußen brachte gleich mit dem ersten Jahrgang sein prachtvolles Staatswappen auf die Münze. König Ludwig von Bayern, der sich an den Eichenkranz gehalten hatte, zog erbost nach und setzte ebenfalls sein Staatswappen auf die „Champagnerthaler“. Zwanzig Jahre nach dem Münchner Vertrag setzten die deutschen Staaten 1857 in Wien einen neuen Währungsvertrag auf, nachdem bis 1854 fast alle deutschen Staaten (außer den Hansestädten, Schleswig, Holstein und Mecklenburg) dem Zollverein beigetreten waren; auch das Kaiserreich Österreich trat (bis 1866) dem Wiener Münzvertrag bei. Die Kölnische Mark wurde durch das „Zollpfund“ von 500 Gramm als Gewicht ersetzt, 30 Taler wurden aus einem Pfund Feinsilber geprägt. Der Dresdner und der Wiener Münzvertrag brachten eine schier endlose Fülle von Regentenportraits und Wappen in die Welt. Nehmen wir allein Hessen als Beispiel: es gab ein Großherzogtum (H.-Darmstadt), ein Kurfürstentum (H.-Kassel) und eine „Souveräne“ Landgrafschaft (H.-Homburg), letztere erst 1815 souverän geworden, 1866 an Hessen durch Aussterben der Linie und sogleich nach verlorenem Krieg an Preußen abgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser kurze Abriss, der nur die währungspolitische Hauptlinie der bis 1871 gültigen Silberwährungen Deutschlands zeichnen konnte, lässt schon den Reichtum an Prägungen erahnen, die dem Sammler entgegenkommen. Gebändigt hat diese Fülle der wunderbare Katalog von Paul Arnold, Harald Küthmann und Dirk Steinhilber („AKS“): Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, der 1970 erstmals erschien und heute (2021) in 36. Auflage (!) in der Bearbeitung von Dieter Faßbender vorliegt, reich ausgestattet mit immer verbesserten Bildern, Prägezahlen und aktuellen Bewertungen. Der Sammler und der Historiker finden hier in einem Band historische, statistische, währungspolitische und höchst schätzenswerte heraldische Informationen versammelt wie nirgends sonst. Vorgearbeitet hatte diesem Grundwerk für den Sammler die Reihe der zwölf Einzeldarstellungen zum Münzwesen der deutschen Staaten vor 1871, die der anderwärts gepriesene Kurt Jaeger verfasst hat, handliche Bände, die längst vergriffen sind. Ebenso das folgende für Sammler und Händler unentbehrliche Referenzwerk von Norbert Thun: Deutsche Taler, Doppelgulden, Doppeltaler von 1800 bis 1871, 3. ergänzte Auflage 1979 (zuerst 1974). Thun hat alle großen Silbermünzen (Kurant) beschrieben und mit Prägezahlen versehen; die Klarheit und Einfachheit seines System führte dazu, dass sein Buch zum Zitierstandard wurde für die „Thun-Taler“. Der Handel bietet immer wieder diese bei Sammlern sehr beliebten Taler in gutem bis sehr gutem Zustand an; die häufigeren liefen noch bis 1908 im Wert von drei Mark im deutschen Kaiserreich um, während die Taler der kleinen Staaten schon bald als historisch wertvolle Stücke den Weg in die Sammlungen fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markus Wesche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopData|Vereinstaler}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>MWesche</name></author>
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		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|200px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Danzig'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Danzig vom Deutschen Reich abgetrennt, nachdem es mehr als hundert Jahre zu Preußen gehört hatte. Die überwiegend von Deutschen bewohnte Stadt wurde der Ostseehafen der neuerstandenen Republik Polen, sie unterstand als „Freie Stadt“ dem Völkerbund. Mit den Schüssen des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“ auf das polnische Munitionsdepot der Westerplatte an der Hafeneinfahrt am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dies war das Ende der „Freien Stadt Danzig“. Eine Freie Stadt brauchte auch ihr Freies Geld, doch bis zum Ende der Hyperinflation lief die Mark um und wurde erst 1923 durch eine neue Pfennig/Gulden-Währung ersetzt (1 Gulden = 1/25 Pfund Sterling). Gestützt wurde die Währung durch die Bank of England und durch Gold, von dem einiges in Form von Goldmünzen zu 25 Gulden deponiert war, Goldmünzen, die nicht zum Umlauf bestimmt waren und heute entsprechend selten sind.&lt;br /&gt;
Danzig leistete sich in der kurzen Zeit des Bestehens drei verschiedene Münzserien: 1923, 1932 und 1935, zuletzt nach einer erheblichen Abwertung des Danziger Gulden. Nach der Vereinnahmung Danzigs durch das Deutsche Reich liefen die Pfennig-Stücke noch im ganzen Reich bis zum 1.11.1940 um. Die Danziger Münzen zeigen trotz der Frakturschrift, die man wohl als Treuebekenntnis zum Deutschtum werten darf, eine moderne künstlerische Gestaltung in den mittelalterlichen Koggen, die auf einigen Münzen auftauchen, in den wichtigsten Gebäuden wie der Marienkirche und dem gotischen Rathaus, sogar im Wappen (zwei übereinander stehende gleichschenklige Kreuze unter einer Krone) und den Wappenhaltern (zwei Löwen). Als separates Sammelgebiet ist die Freie Stadt Danzig teuer für den Geldbeutel und wegen der geringen Zahl der Typen nicht sehr ergiebig, jedoch eine schöne Abrundung für den Sammler der Reichsmünzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Kolonien'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Neuguinea:''' Deutschland kam erst Mitte der 1880er Jahre zu „Kolonien“, Gebieten von deutschen Handelsgesellschaften, über die das Deutsche Reich den militärischen Schutz ausübte. In dem weiten pazifischen Inselreich (heute größtenteils Papua Neuguinea) lief seit 1887 die Reichsmark-Währung um, doch da dieses Geld wieder nach Deutschland zurückfloss, führte die „Neu-Guinea-Compagnie“ eigene Münzen mit den Prägejahren 1894 und 1895 ein. Von 10 Pfennig aufwärts zeigt die Rückseite dieser Münzen einen herrlichen Paradiesvogel, den der Berliner Medailleur Otto Schultz gestaltet hat. Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden sogleich zu Sammelobjekten und waren schon im Jahre 1900 aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. All diese Münzen sind gesucht und teuer.&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Ostafrika:''' Das größte deutsche Kolonialgebiet in Afrika war „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tanzania, Ruanda und Burundi), 1884 von der „Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft“ errichtet und seit 1890 vom Deutschen Reich verwaltet. Die gängigen Münzen dort waren der Maria-Theresia-Taler und die indische Rupie, doch legte die Handelsgesellschaft wert auf eigene Münzen in Rupie und Pesa, die ab 1890 geprägt wurden. Dabei galten 15 Rupien so viel wie 20 Mark. Die silbernen ¼ bis 2 -Rupien-Stücke präsentieren Kaiser Wilhelm II. in der Kürassieruniform des Garde du Corps, das hehre Haupt bekrönt vom Adlerhelm. Man wüsste gern, wie dieser Aufzug von den arabischen Händlern am Indischen Ozean kommentiert wurde. Von den 1-Rupien-Stücken wurden wohl insgesamt mehr als 2 Millionen geprägt, das 2-Rupien-Stück ist viel seltener. Seit 1904 übernahm das Deutsche Reich die Prägung. Die Silbermünzen waren weiterhin Rupien mit der Kaiserbüste, doch das Kupfergeld hieß plötzlich „Heller“. Deutsch-Ostafrika war die einzige deutsche Kolonie, die den Ersten Weltkrieg durchhielt und erst 1918 die Waffen streckte, doch war die Verbindung zum Reich früh abgeschnitten. Deshalb wurde in der Verwaltungsstadt Tabora unweit der reichen Goldminen 1916 Notgeld ausgegeben, die etwas groben variantenreichen 5 und 20-Heller-Münzen mit dem Münzzeichen „T“ und die 15-Rupien-Stücke in Gold mit dem trompetenden Elephanten, die bei den Sammlern beliebt sind und sehr teuer. Die extrem groben Stempelschnitte sind von eigenem Reiz und heben sich so markant vom eleganten Paradiesvogel des Otto Schultz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopCategory|deutschland_1871_muenzen|Münzen nach Jaeger finden Sie auch in unserem Shop:}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=22520</id>
		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<updated>2021-06-22T10:42:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|150px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Danzig'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Danzig vom Deutschen Reich abgetrennt, nachdem es mehr als hundert Jahre zu Preußen gehört hatte. Die überwiegend von Deutschen bewohnte Stadt wurde der Ostseehafen der neuerstandenen Republik Polen, sie unterstand als „Freie Stadt“ dem Völkerbund. Mit den Schüssen des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“ auf das polnische Munitionsdepot der Westerplatte an der Hafeneinfahrt am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dies war das Ende der „Freien Stadt Danzig“. Eine Freie Stadt brauchte auch ihr Freies Geld, doch bis zum Ende der Hyperinflation lief die Mark um und wurde erst 1923 durch eine neue Pfennig/Gulden-Währung ersetzt (1 Gulden = 1/25 Pfund Sterling). Gestützt wurde die Währung durch die Bank of England und durch Gold, von dem einiges in Form von Goldmünzen zu 25 Gulden deponiert war, Goldmünzen, die nicht zum Umlauf bestimmt waren und heute entsprechend selten sind.&lt;br /&gt;
Danzig leistete sich in der kurzen Zeit des Bestehens drei verschiedene Münzserien: 1923, 1932 und 1935, zuletzt nach einer erheblichen Abwertung des Danziger Gulden. Nach der Vereinnahmung Danzigs durch das Deutsche Reich liefen die Pfennig-Stücke noch im ganzen Reich bis zum 1.11.1940 um. Die Danziger Münzen zeigen trotz der Frakturschrift, die man wohl als Treuebekenntnis zum Deutschtum werten darf, eine moderne künstlerische Gestaltung in den mittelalterlichen Koggen, die auf einigen Münzen auftauchen, in den wichtigsten Gebäuden wie der Marienkirche und dem gotischen Rathaus, sogar im Wappen (zwei übereinander stehende gleichschenklige Kreuze unter einer Krone) und den Wappenhaltern (zwei Löwen). Als separates Sammelgebiet ist die Freie Stadt Danzig teuer für den Geldbeutel und wegen der geringen Zahl der Typen nicht sehr ergiebig, jedoch eine schöne Abrundung für den Sammler der Reichsmünzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Kolonien'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Neuguinea:''' Deutschland kam erst Mitte der 1880er Jahre zu „Kolonien“, Gebieten von deutschen Handelsgesellschaften, über die das Deutsche Reich den militärischen Schutz ausübte. In dem weiten pazifischen Inselreich (heute größtenteils Papua Neuguinea) lief seit 1887 die Reichsmark-Währung um, doch da dieses Geld wieder nach Deutschland zurückfloss, führte die „Neu-Guinea-Compagnie“ eigene Münzen mit den Prägejahren 1894 und 1895 ein. Von 10 Pfennig aufwärts zeigt die Rückseite dieser Münzen einen herrlichen Paradiesvogel, den der Berliner Medailleur Otto Schultz gestaltet hat. Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden sogleich zu Sammelobjekten und waren schon im Jahre 1900 aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. All diese Münzen sind gesucht und teuer.&lt;br /&gt;
'''Deutsch-Ostafrika:''' Das größte deutsche Kolonialgebiet in Afrika war „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tanzania, Ruanda und Burundi), 1884 von den „Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft“ errichtet und seit 1890 vom Deutschen Reich verwaltet. Die gängigen Münzen dort waren der Maria-Theresia-Taler und die indische Rupie, doch legte die Handelsgesellschaft wert auf eigene Münzen in Rupie und Pesa, die ab 1890 geprägt wurden. Dabei galten 15 Rupien so viel wie 20 Mark. Die silbernen ¼ bis 2 -Rupien-Stücke präsentieren Kaiser Wilhelm II. in der Kürassieruniform des Garde du Corps, das hehre Haupt bekrönt vom Adlerhelm. Man wüsste gern, wie dieser Aufzug von den arabischen Händlern am Indischen Ozean kommentiert wurde. Von den 1-Rupien-Stücken wurden wohl insgesamt mehr als 2 Millionen geprägt, das 2-Rupien-Stück ist viel seltener. Seit 1904 übernahm das Deutsche Reich die Prägung. Die Silbermünzen waren weiterhin Rupien mit der Kaiserbüste, doch das Kupfergeld hieß plötzlich „Heller“. Deutsch-Ostafrika war die einzige deutsche Kolonie, die den Ersten Weltkrieg durchhielt und erst 1918 die Waffen streckte, doch war die Verbindung zum Reich früh abgeschnitten. Deshalb wurde in der Verwaltungsstadt Tabora unweit der reichen Goldminen 1916 Notgeld ausgegeben, die etwas groben variantenreichen 5 und 20-Heller-Münzen mit dem Münzzeichen „T“ und die 15-Rupien-Stücke in Gold mit dem trompetenden Elephanten, die bei den Sammlern beliebt sind und sehr teuer. Die extrem groben Stempelschnitte sind von eigenem Reiz und heben sich so markant vom eleganten Paradiesvogel des Otto Schultz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopData|Jaeger}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=22519</id>
		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<updated>2021-06-22T10:27:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|150px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Danzig'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Danzig vom Deutschen Reich abgetrennt, nachdem es mehr als hundert Jahre zu Preußen gehört hatte. Die überwiegend von Deutschen bewohnte Stadt wurde der Ostseehafen der neuerstandenen Republik Polen, sie unterstand als „Freie Stadt“ dem Völkerbund. Mit den Schüssen des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“ auf das polnische Munitionsdepot der Westerplatte an der Hafeneinfahrt am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dies war das Ende der „Freien Stadt Danzig“. Eine Freie Stadt brauchte auch ihr Freies Geld, doch bis zum Ende der Hyperinflation lief die Mark um und wurde erst 1923 durch eine neue Pfennig/Gulden-Währung ersetzt (1 Gulden = 1/25 Pfund Sterling). Gestützt wurde die Währung durch die Bank of England und durch Gold, von dem einiges in Form von Goldmünzen zu 25 Gulden deponiert war, Goldmünzen, die nicht zum Umlauf bestimmt waren und heute entsprechend selten sind.&lt;br /&gt;
Danzig leistete sich in der kurzen Zeit des Bestehens drei verschiedene Münzserien: 1923, 1932 und 1935, zuletzt nach einer erheblichen Abwertung des Danziger Gulden. Nach der Vereinnahmung Danzigs durch das Deutsche Reich liefen die Pfennig-Stücke noch im ganzen Reich bis zum 1.11.1940 um. Die Danziger Münzen zeigen trotz der Frakturschrift, die man wohl als Treuebekenntnis zum Deutschtum werten darf, eine moderne künstlerische Gestaltung in den mittelalterlichen Koggen, die auf einigen Münzen auftauchen, in den wichtigsten Gebäuden wie der Marienkirche und dem gotischen Rathaus, sogar im Wappen (zwei übereinander stehende gleichschenklige Kreuze unter einer Krone) und den Wappenhaltern (zwei Löwen). Als separates Sammelgebiet ist die Freie Stadt Danzig teuer für den Geldbeutel und wegen der geringen Zahl der Typen nicht sehr ergiebig, jedoch eine schöne Abrundung für den Sammler der Reichsmünzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Kolonien'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Deutsch-Neuguinea: Deutschland kam erst Mitte der 1880er Jahre zu „Kolonien“, Gebieten von deutschen Handelsgesellschaften, über die das Deutsche Reich den militärischen Schutz ausübte. In dem weiten pazifischen Inselreich (heute größtenteils Papua Neuguinea) lief seit 1887 die Reichsmark-Währung um, doch da dieses Geld wieder nach Deutschland zurückfloss, führte die „Neu-Guinea-Compagnie“ eigene Münzen mit den Prägejahren 1894 und 1895 ein. Von 10 Pfennig aufwärts zeigt die Rückseite dieser Münzen einen herrlichen Paradiesvogel, den der Berliner Medailleur Otto Schultz gestaltet hat. Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden sogleich zu Sammelobjekten und waren schon im Jahre 1900 aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. All diese Münzen sind gesucht und teuer.&lt;br /&gt;
Deutsch-Ostafrika: Das größte deutsche Kolonialgebiet in Afrika war „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tanzania, Ruanda und Burundi), 1884 von den „Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft“ errichtet und seit 1890 vom Deutschen Reich verwaltet. Die gängigen Münzen dort waren der Maria-Theresia-Taler und die indische Rupie, doch legte die Handelsgesellschaft wert auf eigene Münzen in Rupie und Pesa, die ab 1890 geprägt wurden. Dabei galten 15 Rupien so viel wie 20 Mark. Die silbernen ¼ bis 2 -Rupien-Stücke präsentieren Kaiser Wilhelm II. in der Kürassieruniform des Garde du Corps, das hehre Haupt bekrönt vom Adlerhelm. Man wüsste gern, wie dieser Aufzug von den arabischen Händlern am Indischen Ozean kommentiert wurde. Von den 1-Rupien-Stücken wurden wohl insgesamt mehr als 2 Millionen geprägt, das 2-Rupien-Stück ist viel seltener. Seit 1904 übernahm das Deutsche Reich die Prägung. Die Silbermünzen waren weiterhin Rupien mit der Kaiserbüste, doch das Kupfergeld hieß plötzlich „Heller“. Deutsch-Ostafrika war die einzige deutsche Kolonie, die den Ersten Weltkrieg durchhielt und erst 1918 die Waffen streckte, doch war die Verbindung zum Reich früh abgeschnitten. Deshalb wurde in der Verwaltungsstadt Tabora unweit der reichen Goldminen 1916 Notgeld ausgegeben, die etwas groben variantenreichen 5 und 20-Heller-Münzen mit dem Münzzeichen „T“ und die 15-Rupien-Stücke in Gold mit dem trompetenden Elephanten, die bei den Sammlern beliebt sind und sehr teuer. Die extrem groben Stempelschnitte sind von eigenem Reiz und heben sich so markant vom eleganten Paradiesvogel des Otto Schultz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopData|Jaeger}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=22516</id>
		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<updated>2021-06-22T10:20:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|150px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Danzig'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit dem Versailler Vertrag von 1919 wurde Danzig vom Deutschen Reich abgetrennt, nachdem es mehr als hundert Jahre zu Preußen gehört hatte. Die überwiegend von Deutschen bewohnte Stadt wurde der Ostseehafen der neuerstandenen Republik Polen, sie unterstand als „Freie Stadt“ dem Völkerbund. Mit den Schüssen des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“ auf das polnische Munitionsdepot der Westerplatte an der Hafeneinfahrt am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, dies war das Ende der „Freien Stadt Danzig“. Eine Freie Stadt brauchte auch ihr Freies Geld, doch bis zum Ende der Hyperinflation lief die Mark um und wurde erst 1923 durch eine neue Pfennig/Gulden-Währung ersetzt (1 Gulden = 1/25 Pfund Sterling). Gestützt wurde die Währung durch die Bank of England und durch Gold, von dem einiges in Form von Goldmünzen zu 25 Gulden deponiert war, Goldmünzen, die nicht zum Umlauf bestimmt waren und heute entsprechend selten sind.&lt;br /&gt;
Danzig leistete sich in der kurzen Zeit des Bestehens drei verschiedene Münzserien: 1923, 1932 und 1935, zuletzt nach einer erheblichen Abwertung des Danziger Gulden. Nach der Vereinnahmung Danzigs durch das Deutsche Reich liefen die Pfennig-Stücke noch im ganzen Reich bis zum 1.11.1940 um. Die Danziger Münzen zeigen trotz der Frakturschrift, die man wohl als Treuebekenntnis zum Deutschtum werten darf, eine moderne künstlerische Gestaltung in den mittelalterlichen Koggen, die auf einigen Münzen auftauchen, in den wichtigsten Gebäuden wie der Marienkirche und dem gotischen Rathaus, sogar im Wappen (zwei übereinander stehende gleichschenklige Kreuze unter einer Krone) und den Wappenhaltern (zwei Löwen). Als separates Sammelgebiet ist die Freie Stadt Danzig teuer für den Geldbeutel und wegen der geringen Zahl der Typen nicht sehr ergiebig, jedoch eine schöne Abrundung für den Sammler der Reichsmünzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sondergebiet Kolonien'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Deutsch-Neuguinea: Deutschland kam erst Mitte der 1880er Jahre zu „Kolonien“, Gebieten von deutschen Handelsgesellschaften, über die das Deutsche Reich den militärischen Schutz ausübte. In dem weiten pazifischen Inselreich (heute größtenteils Papua Neuguinea) lief seit 1887 die Reichsmark-Währung um, doch da dieses Geld wieder nach Deutschland zurückfloss, führte die „Neu-Guinea-Compagnie“ eigene Münzen mit den Prägejahren 1894 und 1895 ein. Von 10 Pfennig aufwärts zeigt die Rückseite dieser Münzen einen herrlichen Paradiesvogel, den der Berliner Medailleur Otto Schultz gestaltet hat. Die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden sogleich zu Sammelobjekten und waren schon im Jahre 1900 aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. All diese Münzen sind gesucht und teuer.&lt;br /&gt;
Deutsch-Ostafrika: Das größte deutsche Kolonialgebiet in Afrika war „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tanzania, Ruanda und Burundi), 1884 von den „Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft“ errichtet und seit 1890 vom Deutschen Reich verwaltet. Die gängigen Münzen dort waren der Maria-Theresia-Taler und die indische Rupie, doch legte die Handelsgesellschaft wert auf eigene Münzen in Rupie und Pesa, die ab 1890 geprägt wurden. Dabei galten 15 Rupien so viel wie 20 Mark. Die silbernen ¼ bis 2 -Rupien-Stücke präsentieren Kaiser Wilhelm II. in der Kürassieruniform des Garde du Corps, das hehre Haupt bekrönt vom Adlerhelm. Man wüsste gern, wie dieser Aufzug von den arabischen Händlern am Indischen Ozean kommentiert wurde. Von den 1-Rupien-Stücken wurden wohl insgesamt mehr als 2 Millionen geprägt, das 2-Rupien-Stück ist viel seltener. Seit 1904 übernahm das Deutsche Reich die Prägung. Die Silbermünzen waren weiterhin Rupien mit der Kaiserbüste, doch das Kupfergeld hieß plötzlich „Heller“. Deutsch-Ostafrika war die einzige deutsche Kolonie, die den Ersten Weltkrieg durchhielt und erst 1918 die Waffen streckte, doch war die Verbindung zum Reich früh abgeschnitten. Deshalb wurde in der Verwaltungsstadt Tabora unweit der reichen Goldminen 1916 Notgeld ausgegeben, die etwas groben 5 und 20-Heller-Münzen mit dem Münzzeichen „T“ und die variantenreichen 15-Rupien-Stücke in Gold mit dem trompetenden Elephanten, die bei den Sammlern beliebt sind und sehr teuer. Die extrem groben Stempelschnitte sind von eigenem Reiz und heben sich so markant vom eleganten Paradiesvogel des Otto Schultz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ShopData|Jaeger}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Zwaygerly&amp;diff=22511</id>
		<title>Zwaygerly</title>
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		<updated>2021-06-22T10:06:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bezeichnung für das Münznominal zu 2 Pfennig in der Freien Reichsstadt Konstanz (sie verlor 1548 die Reichsfreiheit nach dem Schmalkaldischen Krieg) im 16. Jh. Die Zwaygerl wurden zwischen 1505 und 1574 geprägt und 1592 verrufen.&lt;br /&gt;
{{#set: Has numismatic Category=Altdeutschland}}&lt;br /&gt;
{{#set: Has numismatic Category=Münznamen, lokal und Sammlerbenennungen}}&lt;br /&gt;
{{#set: Has numismatic Category=Altdeutschland}}&lt;br /&gt;
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{{#set: Has numismatic Category=Pfennig}}&lt;br /&gt;
{{#set: Has numismatic Category=Altdeutschland}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>MWesche</name></author>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=MuenzenSammeln:Erhaltungsgrade_von_M%C3%BCnzen&amp;diff=20300</id>
		<title>MuenzenSammeln:Erhaltungsgrade von Münzen</title>
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		<updated>2021-06-15T11:23:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Erhaltungen von Münzen zu bestimmen ist eine Wissenschaft für sich. Auch der Fachmann – [[Numismatik|Numismatiker]] oder Händler – braucht Jahre der Erfahrung, um die Erhaltungen von Münzen aller Art konsistent und zutreffend bestimmen zu können. An dieser Stelle deshalb nur ein paar Richtmarken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert von Münzen hing immer von ihrer guten Erhaltung ab. Waren Münzen, die ihren Wert durch die Menge des Edelmetalls erhielten, [[Abnutzung|abgenutzt]], wurden sie unterwertig. Auch Sammler haben sich immer bemüht, stets nur bestens erhaltene Münzen zu erwerben. Für deren Bewertung hat in Deutschland der Sammler und Numismatiker [[Jaeger|Kurt Jaeger]] (1909-1975) Maßstäbe gesetzt, dessen Standardwerk „Die deutschen Münzen seit 1871“ inzwischen in der 26. Auflage (2019) erschienen ist, insgesamt in einer Millionenauflage. Jaeger ging von vier Grundkategorien aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|left|200px]]&lt;br /&gt;
'''Stempelglanz (Stgl.):''' Die Münze zeigt den Prägeglanz einer ungebrauchten Münze, ist frei von allen Abnutzungen bei scharfem Gepräge und frei von jeglichen mit bloßem Auge erkennbaren Verletzungen wie groben und feinen Kratzern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_vorzüglich.jpg|borderless|left|200px]]&lt;br /&gt;
'''Vorzüglich (vz):''' Die Münze darf leichte Beschädigungen ([[Kratzer|Kratzer]]) im [[Feld|Feld]] aufweisen, das Relief muss jedoch scharf und nicht abgenutzt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_sehr_schön.jpg|borderless|left|200px]]&lt;br /&gt;
'''Sehr schön (ss):''' Die Münze darf nicht nur im Feld Beschädigungen aufweisen, sondern auch im Relief leichte Abnutzungsspuren. Das Relief soll allerdings nicht wesentlich beeinträchtigt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_schön.jpg|borderless|left|200px]]&lt;br /&gt;
'''Schön (s):''' Bei diesem Erhaltungsgrad liegen deutliche Abnutzungsspuren in Relief und Schrift vor. Das Motiv (Portrait, Wappen, Nominal) muss jedoch erkennbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[File:Abt.png|frame|right|50px|Polierte Platte Beispiel Platzhalter Polierte Platte Beispiel Platzhalter Polierte Platte Beispiel Platzhalter]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine eigene Zustandsbeschreibung bei Jaeger ist die „Polierte Platte“ (PP). Eine solche Münze fällt durch ein hellglänzendes Relief und ein schwarzglänzendes Feld auf; sie ist völlig frei von Beschädigungen und Kratzern. Es handelt sich um eine Sonderanfertigung für Sammler, die erst im 19. Jahrhundert aufkam und heute noch für [[Gedenkmünze|Gedenkmünzen]] in Deutschland und vielen anderen Ländern verwendet wird. Zu diesem Zweck wurden nicht nur die Prägestempel poliert, sondern auch die ungeprägten Münzen-“Platten“ (Rohlinge, [[Schrötling|Schrötlinge]]), wodurch der schwarze Glanz des Feldes zustande kommt. Solcherart geprägte Münzen werden „handgehoben“ aus dem Prägewerk entnommen, was den absolut perfekten Zustand garantieren soll. Neben der „Polierten Platte“ kommen gelegentlich weitere Kategorien für völlig einwandfreie Münzen vor: Spiegelglanz und Erstabschlag. Münzen, die „prägefrisch, bankfrisch, unzirkuliert“ sind, haben „Stempelglanz“, jedoch leichte Spuren des Herstellungsverfahrens bei automatisierter [[Prägen|Münzprägung]]: Die in großer Geschwindigkeit aus dem [[Prägewerk|Prägewerk]] geworfenen Münzen purzeln in Kisten und stoßen dabei unsanft aufeinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich anzutreffende Erhaltungsgrade wie die Euphemismen „sehr gut erhalten“ oder „gut erhalten“ sind bei modernen Münzen nicht sammlungswürdig und werden nur bei numismatischen Raritäten in Kauf genommen. Zu den Jaegerschen Grundkategorien sind allerdings in den vergangenen Jahrzehnten weitere aus der Handelspraktik erwachsene „Verfeinerungen“ gekommen: Zwischenstufen wie „vorzüglich-Stempelglanz“, „vorzüglich+“, „fast vorzüglich“ u.s.w. Der Sammler weiß in der Regel mit diesen Feinjustierungen umzugehen, für den Verkäufer von Münzen sind sie wenig erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier vorgestellten Erhaltungsgrade sind für Mitteleuropa maßgeblich geworden; bei unseren Nachbarn gibt es ähnliche Systeme mit leichten Verschiebungen (z.B. „très beau = schön). Von anderem Zuschnitt ist das US-amerikanische System der 70-stufigen Sheldon-Skala, das man auf den in Kunststoff-Haltern verkauften, zertifizierten Münzen des PCGS (Professional Coin Grading Service; https://www.pcgseurope.com/standards?l=de) und der NGC (Numismatic Guaranty Corporation; https://www.ngccoin.de/coin-grading/grading-scale/) findet. Hier kommen zu den verbreiteten Kategorien von Proof (PF) = PP, Mint state (MS) = Stempelglanz, Extremely fine (EF), und Very fine (VF) fein justierende Zahlen hinzu. Dieses System von Erhaltungsgraden wurde vor allem für den US-amerikanischen Markt entwickelt, da das nordamerikanische Münzwesen über die Jahrhunderte von großer Konstanz und von Armut an Münztypen bestimmt ist. Umso nachdrücklicher wurde die Beachtung von feinsten Differenzierungen der Stempelqualitäten und von Erhaltungsgraden betrieben; dies wurde auch auf ähnliche Sammelgebiete übertragen. Die kostenpflichtigen Zertifikate führen allerdings in der Regel zu höheren Preisen im Münzhandel und mögen für den numismatisch unkundigen Kapitalanleger von Belang sein, sind jedoch für den Sammler, vor allem den europäischen, nicht erforderlich.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
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		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=20299</id>
		<title>Hauptseite</title>
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		<updated>2021-06-15T10:52:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphBody&amp;quot; &amp;gt;Die Münzgalerie München stellt Ihnen hier einen Einstieg in die Wissenschaft der Numismatik und Beiträge zum Sammeln vor, die dem Wissenschaftler wie auch dem Liebhaber die nötigen Informationsmittel zur Verfügung stellen. Das „Münzlexikon“ vermittelt Grundkenntnisse zu Währungen, Münznamen und zur Geldgeschichte, die Kategorie „Das besondere Stück“ bietet Beispiele aus der Expertise unseres Hauses, die in zurückliegenden Ausgaben unseres „Intermünz-Kuriers“ erschienen sind. Die „Sammelgebiete“ stellen dem angehenden Sammler und dem „Schatzgräber zu Hause“ ausgewählte Handreichungen zur Verfügung, wie Münzen numismatisch und kommerziell einzuordnen sind.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphTitle&amp;quot;&amp;gt;Münzlexikon&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphBody&amp;quot; &amp;gt;Das hier vorgestellte Münzlexikon ist ein erprobtes Werk und versteht sich zugleich als ein „work in progress“. Es beruht auf dem Werk von Hermann Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z (Gietl-Verlag, Regenstauf 2005), das wiederum eine veränderte Neuausgabe des „transpress Lexikon Numismatik“ von Heinz Fengler, Gerhard Gierow und Willy Unger (transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 3. Aufl. 1982) ist. Kahnt hatte die in seiner Vorlage gelieferten Literaturangaben gestrichen, eine Reihe von Artikeln hinzugefügt und diejenigen verändert, die allzu deutlich ein sozialistisches Geld- und Gesellschaftsverständnis zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Internet-Ausgabe wurden die gescannten Artikel revidiert, offensichtliche Fehler stillschweigend korrigiert und die Voraussetzungen zur automatischen Verlinkung der Artikel miteinander hergestellt. Einige wenige Artikel, auf die Kahnt mehrfach verwiesen hatte, die jedoch die Aufnahme in seine Ausgabe nicht geschafft hatten, wurden aus dem „transpress Lexikon Numismatik“ nachgetragen, darunter „Marke“ und „Orden“. Kahnts Abbildungen wurden weitgehend übernommen, doch es ist geplant, die aus dem PDF ausgeschnittenen Bilder soweit möglich durch eigene, technisch bessere und scalierbare nach und nach zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Münzgalerie ist offen für Veränderungen und Ergänzungen an diesem Lexikon und zu unseren Fachbeiträgen und würde sich über Anregungen seitens der Benutzer sehr freuen. Bitte scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen, wenn Sie Lust verspüren, an der Weiterentwicklung unseres numismatischen Angebots teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphTitle&amp;quot;&amp;gt;Unser Artikel des Tages:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphItem&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{RandomizedArticle}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
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		<updated>2021-06-15T10:46:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphBody&amp;quot; &amp;gt;Die Münzgalerie München stellt Ihnen hier einen Einstieg in die Wissenschaft der Numismatik und Beiträge zum Sammeln vor, die dem Wissenschaftler wie auch dem Liebhaber die nötigen Informationsmittel zur Verfügung stellen. Das „Münzlexikon“ vermittelt Grundkenntnisse zu Währungen, Münznamen und zur Geldgeschichte, die Kategorie „Das besondere Stück“ bietet Beispiele aus der Expertise unseres Hauses, die in zurückliegenden Ausgaben unseres „Intermünz-Kuriers“ erschienen sind. Die „Sammelgebiete“ stellen dem angehenden Sammler und dem „Schatzgräber zu Hause“ ausgewählte Handreichungen zur Verfügung, wie Münzen numismatisch und kommerziell einzuordnen sind.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphTitle&amp;quot;&amp;gt;Münzlexikon&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;paragraphBody&amp;quot; &amp;gt;Das hier vorgestellte Münzlexikon ist ein erprobtes Werk und versteht sich zugleich als ein „work in progress“. Es beruht auf dem Werk von Hermann Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z (Gietl-Verlag, Regenstauf 2005), das wiederum eine veränderte Neuausgabe des „transpress Lexikon Numismatik“ von Heinz Fengler, Gerhard Gierow und Willy Unger (transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 3. Aufl. 1982) ist. Kahnt hatte die in seiner Vorlage gelieferten Literaturangaben gestrichen, eine Reihe von Artikeln hinzugefügt und diejenigen verändert, die allzu deutlich ein sozialistisches Geld- und Gesellschaftsverständnis zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Internet-Ausgabe wurden die gescannten Artikel revidiert, offensichtliche Fehler stillschweigend korrigiert und die Voraussetzungen zur automatischen Verlinkung der Artikel miteinander hergestellt. Einige wenige Artikel, auf die Kahnt mehrfach verwiesen hatte, die jedoch die Aufnahme in seine Ausgabe nicht geschafft hatten, wurden aus dem „transpress Lexikon Numismatik“ nachgetragen, darunter „Marke“ und „Orden“. Kahnts Abbildungen wurden weitgehend übernommen, doch es ist geplant, die aus dem PDF ausgeschnittenen Bilder soweit möglich durch eigene, technisch bessere und scalierbare nach und nach zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Münzgalerie ist offen für Veränderungen und Ergänzungen an diesem Lexikon und würde sich über Anregungen seitens der Benutzer sehr freuen. Bitte scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen, wenn Sie Lust verspüren, an der Weiterentwicklung teilzunehmen.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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{{RandomizedArticle}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>MWesche</name></author>
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		<title>Jaeger-Münzen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=20296"/>
		<updated>2021-06-15T10:20:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|150px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht sind und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Bären (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://mgmindex.de/index.php?title=Jaeger-M%C3%BCnzen&amp;diff=20295</id>
		<title>Jaeger-Münzen</title>
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		<updated>2021-06-15T10:16:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;MWesche: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wer in Deutschland seit Jugendzeiten Münzen sammelt, hat gewiss zuerst aus irgendeiner Schublade&lt;br /&gt;
Münzen des Deutschen Reiches gezogen: im günstigen Falle silberne 2-, 3-, und 5-Mark-Stücke in mehr&lt;br /&gt;
oder weniger guter Erhaltung. All diese Münzen hat der Sammler und Numismatiker Kurt Jaeger (1909-&lt;br /&gt;
1975) in seinem Maßstäbe setzenden Werk „Die deutschen Münzen seit 1871“ (inzwischen in 26.&lt;br /&gt;
Auflage 2019) katalogisiert (künftig J. + Nr.). Dort erfährt man auch Grundlegendes zur technischen&lt;br /&gt;
Herstellung, zu Fragen von Echtheit und Manipulation von Münzen, zur Erhaltung und zu Prägezahlen,&lt;br /&gt;
die ein Indiz für die relative Häufigkeit sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaiserreich'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File:Erhaltung_Stempelglanz.jpg|borderless|right|150px]]&lt;br /&gt;
Die Münzen des deutschen Kaiserreichs von 1873 bis 1918 sind heute noch sehr beliebt, weil sie mit&lt;br /&gt;
ihren langen Präge- und Laufzeiten, vielen Jahrgängen und Münzzeichen, immer wieder veränderten&lt;br /&gt;
Münztypen (z. B. 20-Pfennig-Stücken in Silber und Kupfer-Nickel, 50-Pfennig und 1⁄2-Mark-Stücken) ein&lt;br /&gt;
reizvolles Sammelgebiet darstellen. Obwohl die neue Mark-Währung, die mit dem Wirrwarr voriger deutscher Währungen aufräumte, eine reine Gold-Währung war, wurden schöne silberne 2- und 5-Mark-Stücken mit den Portraits der Bundesfürsten aus 22 Fürstenstaaten und den Wappen der alten&lt;br /&gt;
Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen geprägt. Ihr Nominalwert lag unter dem Silberwert, sie&lt;br /&gt;
waren „Scheidemünzen“, die es erlauben, dass Käufer und Verkäufer von einander restlos „scheiden“&lt;br /&gt;
können. Bis 1908 liefen die alten Talermünzen (30 Taler auf ein Münzpfund (500 gr.) Feinsilber nach&lt;br /&gt;
dem Wiener Münzvertrag von 1857) im Wert von 3 Mark um, ab diesem Jahr wurden eigene 3-Mark-&lt;br /&gt;
Stücke geprägt, im Volksmund weiterhin „Taler“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Regentenportraits und Jubelfeiern'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Regentenportraits sind in ihrer großen Vielfalt Zeit- und Geschichtsdokumente erster Ordnung. Seit&lt;br /&gt;
1901 kamen auch besondere Gedenkmünzen hinzu; Anlass war die 200-Jahr-Feier der Erhebung Preußens&lt;br /&gt;
zum Königreich. Regierungsjubiläen, Sterbefälle (Prinzregent Luitpold von Bayern kam als Verweser des Königreichs nur&lt;br /&gt;
dadurch auf eine Münze), Hochzeiten, Universitäts- und sonstige Geschichtsjubiläen kamen danach auf&lt;br /&gt;
klingendes Silber. Diese Sonderprägungen sind in der Regel überwiegend in sammlungswürdiger&lt;br /&gt;
Erhaltung auf uns gekommen, da man sie beiseite gelegt hat, während die Umlaufmünzen abgenutzt wurden, deshalb in hoher Qualität sehr gesucht und entsprechend hohe Preise erzielen. Die Seltenheit der Kaiserzeit-Münzen ist ganz unterschiedlich. Da die&lt;br /&gt;
Prägezahlen sich nach der Bevölkerungszahl richteten, gehört das 5-Mark-Stück des Miniatur-&lt;br /&gt;
Fürstentums Waldeck-Pyrmont von 1903 (J. 171) zu den seltensten und teuersten bei einer Auflage von&lt;br /&gt;
2.000 Stück; das 3-Mark-Stück zur 100-Jahr-Feier der preußischen Befreiungskriege 1913 („Der König&lt;br /&gt;
rief und alle alle kamen“, J. 110) ist hingegen mit 2.000.000 Exemplaren überaus häufig, wegen seines&lt;br /&gt;
hohen, medaillenartigen Reliefs nicht umgelaufen und immer vorzüglich erhalten. Zu den Kuriositäten&lt;br /&gt;
gehört das 3-Mark-Stück zum 25. Regierungsjubiläum von Wilhelm II. von Württemberg (J. 178). Wegen&lt;br /&gt;
des damaligen Silbermarktes wurden 1916 zunächst nur 1000 Stück geprägt und eine Fortsetzung der&lt;br /&gt;
Prägung nach dem Friedensschluss ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts, und so kostet ein&lt;br /&gt;
Stück heute viele tausend Euro. Noch viel spektakulärer ist „Jaeger 141“, das 3-Mark-Stück zum&lt;br /&gt;
Reformationsjubiläum 1917. Es wurde mit dem Portrait des sächsischen Kurfürsten und Luther-&lt;br /&gt;
Protektors Friedrichs des Weisen versehen, nach einem Schautaler von 1522, das auf ein Portraitbild des&lt;br /&gt;
Lucas Cranach zurückgeht. Der im übrigen im Kaiserreich hochverehrte Reformator Martin Luther war&lt;br /&gt;
als „Bürgerlicher“ nicht Gedenkmünzen-fähig. Statt der geplanten 330.000 Stück wurden wegen der&lt;br /&gt;
Silberknappheit nur 100 Stück genehmigt, von denen 50 dem Vernehmen nach wieder eingeschmolzen&lt;br /&gt;
wurden. Vor Nachprägungen und Fälschungen wird gewarnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die wertige Welt des „Reichsgolds“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Goldmünzen des Kaiserreichs wurden zu 20 („Doppelkrone“) und 10 Mark („Krone“) zwischen 1871&lt;br /&gt;
und 1914 ausgegeben, noch bevor die ersten Silber- und Kleinmünzen geprägt wurden. Im Jahre 1873&lt;br /&gt;
wurde zusätzlich eine goldene 5-Mark-Münze eingeführt, die sich jedoch im Geldumlauf nicht bewährte&lt;br /&gt;
und 1900 außer Kurs gesetzt wurde. So liegen die nur in den Jahren 1877 und 1878 in Baden (J. 185),&lt;br /&gt;
Bayern (J. 195), Hamburg (J. 208), Hessen (J. 215, 218), Preußen (J. 244) und Sachsen (J. 260) geprägten&lt;br /&gt;
goldenen Fünfer heute erheblich über dem Goldwert. Gold wurde damals jedoch nicht nur von den&lt;br /&gt;
deutschen Bundesstaaten verprägt, vielmehr war es Privatpersonen gestattet, auf eigene Rechnung&lt;br /&gt;
eingeliefertes Gold zu vermünzen. Wie gewaltig diese Privataufträge waren, die zumeist über die&lt;br /&gt;
Reichsbank liefen und von der Berliner Münze abgewickelt wurden, möge eine Zahl zeigen: bis 1913&lt;br /&gt;
stammten fast 177 Mio. der fast 223 Mio. insgesamt ausgeprägten 20-Mark-Stücke aus solchen&lt;br /&gt;
Privataufträgen. Solche Berliner Goldmünzen (Münzzeichen A) sind auch heute noch häufig im&lt;br /&gt;
Edelmetallhandel zu finden, während die der kleineren Bundesfürsten zu den numismatischen Raritäten&lt;br /&gt;
gehören und ein Vielfaches kosten. Doch wieviel ist von dieser goldenen Pracht heute noch da? Bereits in&lt;br /&gt;
der Kaiserzeit wurde ein großer Teil der Münzen für den Schmuckbedarf verwendet, und es wurde&lt;br /&gt;
angenommen, daß bereits vor dem Ersten Weltkrieg 20% eingeschmolzen wurden. In der Weimarer&lt;br /&gt;
Republik galten die Goldmünzen des Kaiserreichs noch als Zahlungsmittel, doch wurden sie endgültig&lt;br /&gt;
1938 außer Kurs gesetzt und die Besitzer zur Ablieferung verpflichtet – ausgenommen die Münzen von&lt;br /&gt;
numismatischem Interesse. Durch solcherlei Verwendungen und Abflüsse reduzierte sich die Menge noch&lt;br /&gt;
mehr, „so daß heute kaum mehr als 40 bis 50% der ursprünglich geprägten Stücke vorhanden sein&lt;br /&gt;
können“ (Jaeger/Kahnt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weimarer Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst nach der Hyperinflation von 1923 brachte die Weimarer Republik stabiles Münzgeld aus mit den&lt;br /&gt;
Bezeichnungen „Reichsmark“ und „Reichspfennig“. Dies Münzen stellen ein begrenztes, doch reizvolles&lt;br /&gt;
Sammelgebiet dar. Neben den silbernen 1- und 2-Reichsmark-Stücken wurden 3- und 5-&lt;br /&gt;
Reichsmarkstücke geprägt, darunter neun Gedenkmünzen zu 5-Reichsmark (insgesamt 3.674.314 Stück)&lt;br /&gt;
und 19 zu 3-Reichsmark (15.720.215). Die beiden letzteren Nominale wurden 1937 bzw. 1934 außer Kurs&lt;br /&gt;
gesetzt; das Nazi-Regime kassierte damit auch einen großen Teil der numismatischen Weimarer&lt;br /&gt;
Erinnerungskultur. Von den 5-Reichsmark-Stücken wurden bis auf 0,92% (1.409.335) alle eingelöst, von&lt;br /&gt;
den 3-Reichsmark-Stücken blieben 2,65% übrig. Die Gedenkmünzen der Weimarer Republik sind daher&lt;br /&gt;
relativ selten; das 5-Reichsmark-Gedenkstück auf Goethe von 1932 (J. 351), gestaltet von dem&lt;br /&gt;
bedeutenden Jugendstil-Medailleur Rudolf Bosselt, ist sehr selten (ca. 20.000 Ex. aus sechs Münzstätten)&lt;br /&gt;
und entsprechend teuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''„Drittes Reich“'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das „Dritte Reich“ war Münzen und Medaillen nicht wohlgesonnen. Es gab bis 1945 nur wenige silberne&lt;br /&gt;
Gedenkmünzen zu 2 und 5 Reichsmark. Sie wurden so zahlreich herausgebracht, dass sie als normale&lt;br /&gt;
Umlaufmünzen gelten können: Luther 1933, die Potsdamer Garnisonskirche zur Reichstagseröffnung am&lt;br /&gt;
24. März 1933 (mit und ohne Datum) 1934/35, Schillers 175. Geburtstag 1934, Hindenburg (nach seinem&lt;br /&gt;
Tod) 1935/36. Hindenburg, die Beziehungsstrippe zum territorial noch unversehrten Kaiserreich, ziert&lt;br /&gt;
auch die Silbermünzen von 1936 an, als das Regime erstmals den Adler mit dem hakenkreuzgefüllten&lt;br /&gt;
Eichenkranz in den Fängen auf die Reichsmünzen setzte. Nur kurios: alle Münzen warten mit der&lt;br /&gt;
numismatisch ungebräuchlichen und unpraktischen Frakturschrift auf, die Hitler schließlich 1941 als&lt;br /&gt;
„Schwabacher Judenlettern“ ablehnte. Mit dem Krieg wurden kriegswichtige Münzmetalle eingezogen,&lt;br /&gt;
doch selbst die silbernen 2- und 5-Reichsmark-Stücke waren bis Dezember 1944 zu einem Viertel gegen&lt;br /&gt;
mindere Münzen eingetauscht worden. Der 1941 geplante Ersatz durch Hitler-Portraitmünzen sollte bis&lt;br /&gt;
zum Kriegsende zurückgestellt werden – den „Führer“ auf Münzen hat es deshalb nie gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundesrepublik Deutschland'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik Deutschland hat an die Erinnerungskultur der Weimarer Republik angeknüpft und im&lt;br /&gt;
Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe schöner Gedenkmünzen ausgegeben. Doch schon das 1952&lt;br /&gt;
ausgegebene silberne 5-DM-Stück als Kursmünze, von Albert Holl aus Schwäbisch Gmünd gestaltet, ist&lt;br /&gt;
ein Meisterwerk der Münzgestaltung: Der Bundesadler ziert ohne Umschrift die Wappenseite; der Wert&lt;br /&gt;
prangt groß und deutlich auf der Wertseite, Land, Währung und Jahr in zwei Schriftkreisen untergebracht.&lt;br /&gt;
Es fiel leider 1974 der Silber-Hausse zum Opfer. Das Cu/Ni-2-DM-Stück von Josef Bernhart, der auch&lt;br /&gt;
die ikonische 1 DM entworfen hat, wurde 1958 ersetzt durch 2-DM-Max Planck, dem sich drei weitere&lt;br /&gt;
solcher Münzen mit Wissenschaftler-Portraits anschließen sollten. Später, 1969, hat man den Gedanken&lt;br /&gt;
weitergeführt und die führenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland abgebildet, wenn auch immer&lt;br /&gt;
ohne Namensnennung. Bei der Euro-Einführung 2001 werden nur noch wenige alle Köpfe wiedererkannt&lt;br /&gt;
haben. Prägend für alle Sammler waren jedoch die ersten vier zwischen 1952 und 1958&lt;br /&gt;
herausgekommenen Gedenkmünzen zu 5 DM: Germanisches Museum, Friedrich Schiller, Türkenlouis,&lt;br /&gt;
Eichendorff, jeweils zu 200.000 Exemplaren geprägt. Sie brachten zwischendurch sehr hohe Preise, doch&lt;br /&gt;
mit der Euro-Einführung sind sie wieder erschwinglich geworden. Seit 1964 folgten weitere deutsche&lt;br /&gt;
Geistesgrößen, dann die Flut von fünf 10-DM-Münzen zur Finanzierung der Olympischen Spiele&lt;br /&gt;
München 1972, die ihren Zweck gut erfüllten, trotz ihrer technischen Mängel. Die mit Beethoven 1970&lt;br /&gt;
folgenden Gedenkmünzen zeigen durchweg hohes künstlerisches Niveau bei ganz unterschiedlichen&lt;br /&gt;
Entwürfen, garantiert durch kritische Auswahlverfahren, deren Ergebnisse inzwischen auf der Webseite&lt;br /&gt;
der verantwortlichen Bundesbehörde einzusehen sind. Als kulturelles Panorama deutscher Geschichte und&lt;br /&gt;
Kultur taugen die deutschen Gedenkmünzen allemal, gerade auch nach der Euro-Einführung, die für die&lt;br /&gt;
Kursmünzen künstlerisch so enttäuschend war. Der Blick hat sich inzwischen auf Europa erweitert: Kafka&lt;br /&gt;
in Prag und Mozart in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deutsche Demokratische Republik'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die DDR begann erst 1966 mit der Ausgabe von Gedenkmünzen zu 5, 10 und 20 Mark (letztere in&lt;br /&gt;
diversen Silber-Legierungen), die vor allem für den westdeutschen Markt angefertigt wurden, um&lt;br /&gt;
„Valuta“ ins Land zu bekommen. Rentner, denen der Besuch der BRD gestattet wurde, brachten zwar auch viele Aluminium- und Cu/Ni-Münzen mit, doch wurden die für Sammler nie interessant. Der Einstieg ins Geschäft um die „Valuta“ war der preußische Baumeister und&lt;br /&gt;
Universalkünstler Friedrich Schinkel. Viele der Anlässe wurden auch von der westlichen BRD oder später&lt;br /&gt;
von Gesamtdeutschland gefeiert; synchron nur wenige: Wilhelm v. Humboldt, Beethoven, Gutenberg,&lt;br /&gt;
Dürer, Kant, Albert Schweitzer, der Freiherr vom Stein. Zu den Kuriositäten auf den DDR-Münzen&lt;br /&gt;
gehören nicht so sehr die Helden des DDR-Sozialismus wie Pieck, Thälmann, Grotewohl, Zetkin, sondern&lt;br /&gt;
die besondere Reflexion des „kulturellen Erbes“: der Preußen-General Scharnhorst, die Lützowschen&lt;br /&gt;
Jäger, der patriotische preußische Husarenmajor Ferdinand v. Schill, Ernst Moritz Arndt – eine Feier der&lt;br /&gt;
Befreiungskriege gegen Napoleon und des deutschen Nationalgefühls, wie es sich die BRD damals nicht&lt;br /&gt;
gestattet hat. Groß begangen wurde das Lutherjahr 1983 (500. Geburtstag). 5 Mark (J. 1590) zeigt das&lt;br /&gt;
Geburtshaus in Eisleben, 20 Mark (J. 1591) ein Brustbild. All diese DDR-Gedenkmünzen sind durchaus&lt;br /&gt;
von künstlerischer Schönheit und hohem technischen Anspruch, denn bei den meisten Portraitmünzen ist&lt;br /&gt;
die Wertseite (selten variiert, meistens Standard mit Hammer und Sichel im Ährenkranz) flach und die&lt;br /&gt;
Seite auf den Anlass konkav und von medaillenhafter Plastizität. Dies bedeutet einen hohen Verschleiß&lt;br /&gt;
der Stempel und eine anspruchsvolle Prägung. Wie sehr sich die Münzen der beiden deutschen Staaten in&lt;br /&gt;
künstlerisch-ausdeutender Hinsicht, von ihrem geistigen Gehalt, unterscheiden können, zeigen die beiden&lt;br /&gt;
Versionen des Berlin-Jubiläums von 1987. Die DDR-20-Mark-Münze bildet das schöne, unverletzte&lt;br /&gt;
Stadtsiegel von 1280 ab, ein Adlerschild umgeben von zwei Löwen (J. 1617), das 10-DM-Stück (J. 441)&lt;br /&gt;
von Reinhart Heinsdorff, dem einfallsreichsten Medailleur der alten Bundesrepublik, lässt die spaltende&lt;br /&gt;
Berliner Mauer voll durch das Fell des aus Häusern gebildeten Bären gehen; der Bundesadler selbst ist&lt;br /&gt;
aus Steinen gemauert. Insgesamt findet man bei den BRD-Stücken häufiger ein Prise künstlerischer&lt;br /&gt;
Widerständigkeit.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>MWesche</name></author>
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